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Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung

Die Beiträge- Interdisziplinäre Dispute um Methoden der Geschlechterforschung

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Edited By Ilse Nagelschmidt, Kristin Wojke and Britta Borrego

«Nun meine ich, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist, das Geschlechterverhältnis und damit auch die ‘Konstruktion von Geschlecht’ auf Identitätsfestschreibungen zurückzuführen. Oder nochmals anders ausgedrückt: Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, die Entstehung von Ungleichheit auf Prozesse der Vereigenschaftlichung resp. Verkörperung zurückzuführen, die Konstruktion von Geschlecht als Zuschreibung, ja, Geschlecht überhaupt als Identität zu denken. Ich möchte deshalb im Folgenden der Frage nachgehen, ob die allzu selbstverständliche Annahme, dass Geschlechtersegregation primär mit geschlechterstereotypisierenden Zuschreibungen erklärt werden kann, heute so noch stimmt. Meines Erachtens folgt diese Annahme, an der sich zunehmend die gesamte Geschlechterpolitik orientiert, jener kulturalistischen Verkürzung des Gender-Begriffs, der sich im Zuge des Cultural turns gegenwärtig in den Gender Studies des gesamten deutschsprachigen Raums etabliert.» Tove Soiland (in diesem Band)
In diesem zweiten Band der Leipziger Gender-Kritik-Reihe führt die Diskussion über die Konstruiertheit der Geschlechter interdisziplinäre Beiträge um theoretisch-methodische Fragen und pragmatische Zugänge der aktuellen Geschlechterforschung zusammen. Hier werden Referate aus Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaft versammelt, die am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig (FraGes) anlässlich der jährlichen Kolloquien von 2007 bis 2009 gehalten wurden.

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Vorwort

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Interdisziplinäre Dispute um Methoden und Probleme der Geschlechterforschung Gender - Kritik - Kolloquium an der Universität Leipzig Frauen- und Geschlechterforschung gibt es an der Universität Leipzig seit der Umstrukturierung in den neunziger Jahren in Forschung und Lehre. In über zwei Dritteln von 14 Fakultäten erfolgen Untersuchungen zur Hierarchisierung der Geschlechterordnung, zur Darstellung von Körperlichkeit und Sexualität sowie zur ökonomisch wie psycho-sozialen Konstitution der geschlechtsspezifisch ver- fassten Arbeits- und Lebenswelt. Dabei stehen aus geisteswissenschaftlicher Perspektive folgende Gegenstände im Zentrum der Genderforschung: die Analy- se von Begriffen und Narrationen, mit welchen die verschiedenen Formen der Geschlechterdifferenzierung und -hierarchisierung artikuliert werden können. Die Untersuchung der sozialen Strukturen, die für den Geschlechteridentifikati- onsprozess konstitutiv sind und die kulturellen und politischen Institutionen, welche die Geschlechterdifferenz regulieren. Im Fokus naturwissenschaftlicher Forschungen unter dem Genderaspekt befinden sich neurologische und physio- logisch beschreibbare Grundlagen der sexuellen und geschlechtlichen Identifika- tion. Das im Herbst 2001 gegründete Zentrum für Frauen- und Geschlechterfor- schung (FraGes) hat das Ziel, Forschungsprojekte mit Geschlechterproblematik sowohl innerhalb als auch außerhalb der Universität zu vernetzen und Koopera- tionen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in den einzel- nen Disziplinen zu Genderaspekten arbeiten, zu fördern. Dabei gilt es, sowohl interdisziplinär als auch transdisziplinär zu arbeiten und die Methoden des je- weiligen Faches zu überprüfen. Ein weiterer Zielaspekt ist es, wesentliche For- schungslinien fakultätsübergreifend in der akademischen Lehre zu verankern. Dazu gehört die seit dem Sommersemester 2007 erstmals durchgef...

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