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Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung

Die Beiträge- Interdisziplinäre Dispute um Methoden der Geschlechterforschung

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Edited By Ilse Nagelschmidt, Kristin Wojke and Britta Borrego

«Nun meine ich, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist, das Geschlechterverhältnis und damit auch die ‘Konstruktion von Geschlecht’ auf Identitätsfestschreibungen zurückzuführen. Oder nochmals anders ausgedrückt: Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, die Entstehung von Ungleichheit auf Prozesse der Vereigenschaftlichung resp. Verkörperung zurückzuführen, die Konstruktion von Geschlecht als Zuschreibung, ja, Geschlecht überhaupt als Identität zu denken. Ich möchte deshalb im Folgenden der Frage nachgehen, ob die allzu selbstverständliche Annahme, dass Geschlechtersegregation primär mit geschlechterstereotypisierenden Zuschreibungen erklärt werden kann, heute so noch stimmt. Meines Erachtens folgt diese Annahme, an der sich zunehmend die gesamte Geschlechterpolitik orientiert, jener kulturalistischen Verkürzung des Gender-Begriffs, der sich im Zuge des Cultural turns gegenwärtig in den Gender Studies des gesamten deutschsprachigen Raums etabliert.» Tove Soiland (in diesem Band)
In diesem zweiten Band der Leipziger Gender-Kritik-Reihe führt die Diskussion über die Konstruiertheit der Geschlechter interdisziplinäre Beiträge um theoretisch-methodische Fragen und pragmatische Zugänge der aktuellen Geschlechterforschung zusammen. Hier werden Referate aus Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaft versammelt, die am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig (FraGes) anlässlich der jährlichen Kolloquien von 2007 bis 2009 gehalten wurden.

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Queeruptionen im neuen? Feminismus – zur Enthierarchisierung von Differenzen.

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Katrin Köppert/Francesca Schmidt Wir sehen es als Ansporn und Herausforderung, mit unserem Blog www.queer- o-mat.de Themen und möglicherweise sogar Strukturen zu queeren, kritisch zu hinterfragen und zu subvertieren. Im Folgenden beziehen wir aus queerer Per- spektive und Positionierung kritisch Stellung zu Ausformungen eines Feminis- mus, der für sich u.a. beansprucht, neu, jung und moderner sein zu wollen. Ganz unabhängig davon, dass dieser Feminismus an Traditionen des Feminismus der ersten und zweiten Stunde anknüpft und inhaltlich mehr durch sein Alt-, denn sein Neusein besticht, ist es unser Anliegen, aus queerer Perspektive zu proble- matisieren, inwiefern der junge Feminismus Identitätspolitiken reaktiviert und somit Differenzen in ihren Hierarchisierungen festschreibt. Dabei ist uns unge- heuer wichtig zu betonen, dass es weder einen Feminismus gab, noch gibt oder geben wird. Sprechen wir im Folgenden von dem jungen Feminismus, beziehen wir uns auf die Protagonist_innen der Debatten des Jahres 2008 – namentlich den Alphamädchen, Neuen deutschen Mädchen und Missys. Damit möchten wir keiner Reduktion der vielfältigsten Strömungen, Positionierungen und Perspekti- ven auf nur diese u.a. von den Medien lancierten Feminist_innen Vorschub leis- ten, sondern das Feld begrenzen, mit dem wir uns beschäftigen wollen. Um den Titel der Veranstaltung aufzugreifen, interessiert uns vorerst, was ei- gentlich Differenz heißt und inwiefern die Aktualisierung von Differenz proble- matisch sein kann, um im Anschluss darauf zu sprechen zu kommen, was queer in dieser Hinsicht versucht zu durchdenken. Differenzen (z.B. zwischen Feminismen) sind allgegenwärtig und notwendig...

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