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Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung

Die Beiträge- Interdisziplinäre Dispute um Methoden der Geschlechterforschung

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Edited By Ilse Nagelschmidt, Kristin Wojke and Britta Borrego

«Nun meine ich, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist, das Geschlechterverhältnis und damit auch die ‘Konstruktion von Geschlecht’ auf Identitätsfestschreibungen zurückzuführen. Oder nochmals anders ausgedrückt: Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, die Entstehung von Ungleichheit auf Prozesse der Vereigenschaftlichung resp. Verkörperung zurückzuführen, die Konstruktion von Geschlecht als Zuschreibung, ja, Geschlecht überhaupt als Identität zu denken. Ich möchte deshalb im Folgenden der Frage nachgehen, ob die allzu selbstverständliche Annahme, dass Geschlechtersegregation primär mit geschlechterstereotypisierenden Zuschreibungen erklärt werden kann, heute so noch stimmt. Meines Erachtens folgt diese Annahme, an der sich zunehmend die gesamte Geschlechterpolitik orientiert, jener kulturalistischen Verkürzung des Gender-Begriffs, der sich im Zuge des Cultural turns gegenwärtig in den Gender Studies des gesamten deutschsprachigen Raums etabliert.» Tove Soiland (in diesem Band)
In diesem zweiten Band der Leipziger Gender-Kritik-Reihe führt die Diskussion über die Konstruiertheit der Geschlechter interdisziplinäre Beiträge um theoretisch-methodische Fragen und pragmatische Zugänge der aktuellen Geschlechterforschung zusammen. Hier werden Referate aus Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaft versammelt, die am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig (FraGes) anlässlich der jährlichen Kolloquien von 2007 bis 2009 gehalten wurden.

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QUEER THEORY - QUEER MUSIC. MAKING AN APPEARANCE. Ein musikalischer Auftritt gegen Normativität oder wie aus der Theorie Praxis wird

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. Verena Spilker „People talk and people try to tell us, People talk, but they don’t understand, That we can do whatever we wanna do!“ (Hawnay Troof, People Talk) Musik begleitet uns teils bewusst, teils unbewusst in unserem Alltag und kann unser Leben auf unterschiedlichste Art beeinflussen. Während einige Menschen Musik auf emotionale Weise rezipieren, wird Musik von anderen bewusst als Kommunikationsmittel eingesetzt und wahrgenommen. Queer Music, die ich im Folgenden betrachten möchte, hat den Anspruch, als kommunikatives Medium zu fungieren, das durch textliche Auseinandersetzung, Performanz und bewusste Stilbrüche aus der Normativität in Gesellschaft und musikalischem Mainstream ausbricht. Durch eine Einführung in das Feld der postmodernen Musik möchte ich im ersten Teil dieses Aufsatzes Möglichkeiten aufzeigen, wie politische Aussagen und Einstellungen musikalisch artikuliert werden können. Darauf auf- bauend, sollen die Vorläufer der heutigen queeren Musik betrachtet und so ein Feld eröffnet werden, das nicht einfach zu definieren ist. Da queer als Bezeich- nung für sich in Anspruch nimmt, nicht statisch zu sein, sondern ununterbroche- nen Verwandlungsprozessen unterworfen ist208, kann auch queere Musik weder einen konkreten Stil noch eine konkrete Gruppe an Akteur_innen beschreiben. Da die Akteur_innen, die hier betrachtet werden, außerdem sehr reflektiert vor- gehen, verweigern sie sich vielfach explizit einer Kategorisierung. Dennoch kommt es immer wieder zu Austausch, Kontakten und Kollaborationen, so dass ein gewisser Netzwerkcharakter nicht abgestritten werden kann. Dies wird aus dem dritten Teil deutlich hervorgehen. Ich stelle Queer Music für diese Betrachtung...

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