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Verfügungsverhalten von Erblassern

Eine empirische Untersuchung als Beitrag zur Rechtstatsachenforschung und Reformdiskussion auf dem Gebiet des Erbrechts

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Gabriele Metternich

Das Erbrecht hat die Aufgabe, die vermögensrechtlichen Verhältnisse eines Menschen nach seinem Tod zu regeln, und betrifft deshalb jeden. Diese enorme praktische Bedeutung hat die Verfasserin veranlasst, sich dem Erbrecht von seiner rechtstatsächlichen Seite zu nähern. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die weitgefasste Frage, wie Erblasser testieren. Die an brandenburgischen Amtsgerichten aus über tausend Nachlassakten ermittelten Daten zur Person des Erblassers und zum Inhalt seiner Verfügung geben Aufschluss über die Rechtswirklichkeit und führen die Autorin dazu, einzelne Reformvorschläge anhand der gewonnenen Untersuchungsergebnisse kritisch zu hinterfragen. Aufgrund dessen ist die Untersuchung sowohl für den erbrechtlichen Praktiker als auch den Gesetzgeber ein wertvolles Hilfsmittel.

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A. Einleitung 15

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15 A. Einleitung Das Erbrecht hat die Aufgabe, die vermögensrechtlichen Verhältnisse eines Menschen nach seinem Tod zu regeln und dadurch den Übergang seines Ver- mögens auf einen Rechtsnachfolger zu gewährleisten.1 Weil wir alle des Todes sind,2 betrifft das Erbrecht im Unterschied zu anderen Rechtsgebieten einen je- den von uns. Das Gesamtvermögen der privaten Haushalte in Deutschland be- trägt mittlerweile 7.700.000.000.000 EUR,3 so dass das aktuelle Erbvolumen auf einen kaum noch vorstellbaren Wert angewachsen ist. Diese enorme praktische Bedeutung des Erbrechts4 zeigt die Notwendigkeit, sich ihm einmal nicht von seiner dogmatischen, sondern von seiner rechtstatsächlichen Seite zu nähern. Deshalb steht im Mittelpunkt der Arbeit die weitgefasste Frage, wie Erblasser testieren. Hauptaugenmerk soll auf dem Verfügungsverhalten in den neuen Bundesländern liegen, da dort bisher keine entsprechenden Untersuchungen durchgeführt wurden. Ziel ist, einen Beitrag zur Rechtstatsachenforschung zu liefern, damit sich insgesamt ein lebendiges Bild der Rechtswirklichkeit ergibt,5 das auch die Reformdiskussion auf dem Gebiet des Erbrechts zu befruchten vermag. Eine solche empirische Studie zum Verfügungsverhalten von Erblassern ist zu komplex, um jedes Detail erschöpfend auszuwerten. Sie ermöglicht aber, dass der typische Erblasser und dessen mutmaßlicher Wille näher beschrieben wer- den können, indem sie Aufschluss darüber gibt, welche Verfügungsarten und -inhalte sich in der Praxis unter welchen Umständen durchsetzen und in welcher Weise dabei vom Intestaterbrecht abgewichen wird. Dies soll dem Praktiker und Gesetzgeber das Verfügungsverhalten der Bevölkerung noch...

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