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Verfügungsverhalten von Erblassern

Eine empirische Untersuchung als Beitrag zur Rechtstatsachenforschung und Reformdiskussion auf dem Gebiet des Erbrechts

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Gabriele Metternich

Das Erbrecht hat die Aufgabe, die vermögensrechtlichen Verhältnisse eines Menschen nach seinem Tod zu regeln, und betrifft deshalb jeden. Diese enorme praktische Bedeutung hat die Verfasserin veranlasst, sich dem Erbrecht von seiner rechtstatsächlichen Seite zu nähern. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die weitgefasste Frage, wie Erblasser testieren. Die an brandenburgischen Amtsgerichten aus über tausend Nachlassakten ermittelten Daten zur Person des Erblassers und zum Inhalt seiner Verfügung geben Aufschluss über die Rechtswirklichkeit und führen die Autorin dazu, einzelne Reformvorschläge anhand der gewonnenen Untersuchungsergebnisse kritisch zu hinterfragen. Aufgrund dessen ist die Untersuchung sowohl für den erbrechtlichen Praktiker als auch den Gesetzgeber ein wertvolles Hilfsmittel.

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D. Schlussbetrachtung und Ausblick 180

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180 D. Schlussbetrachtung und Ausblick Wie eingangs formuliert, ist Ziel der vorliegenden Arbeit, einen Beitrag zur Rechtstatsachenforschung zu liefern, damit sich insgesamt ein lebendiges Bild der Rechtswirklichkeit ergibt, das auch die Reformdiskussion auf dem Gebiet des Erbrechts zu befruchten vermag. Die zu diesem Zweck ausgewerteten Nachlassakten in den Amtsgerichtsbezir- ken Potsdam, Neuruppin und Lübben bestätigen das durch frühere empirische Untersuchungen gewonnene Bild der Rechtswirklichkeit in vielfacher Weise, so z. B. hinsichtlich der Tendenz, den Ehegatten durch letztwillige Verfügung ge- genüber der gesetzlichen Erbfolge erbrechtlich besser zu stellen. Überdies führt die Arbeit zu neuen Ergebnissen, die das Bild der Rechtswirk- lichkeit noch lebendiger werden lassen. In diesem Zusammenhang sei insbeson- dere die bisher in Deutschland nur vermutete Benachteiligung einseitiger Kinder bei der Erbeinsetzung herausgestellt, die erstmals mit Zahlen belegt wird. Die Untersuchung wirft allerdings auch neue Fragen auf und stößt an Grenzen. So gelingt durch die Inhaltsanalyse zwar, detaillierte Ergebnisse zu den tatsäch- lichen Testiergewohnheiten der Bevölkerung zu finden. Deren Aussagekraft ist jedoch aufgrund der regionalen Begrenzung eingeschränkt. Auch die jeweils dahinterstehende Motivation bleibt häufig im Dunkeln oder kann nur erahnt werden. Damit es diesbezüglich nicht bei Mutmaßungen bleibt, sind weiterfüh- rende empirische Arbeiten notwendig, die bisher nicht untersuchte Regionen einschließen und auch auf Meinungsumfragen basieren. Solche Erhebungen könnten weitere interessante Ergebnisse zu Tage fördern, so dass die Erfor- schung des Verfügungsverhaltens von Erblassern auch zukünftig eine spannende und gewinnbringende Aufgabe zu...

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