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Das Studium der Stille

Deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Spannungsfeld von Gnostizismus, Philosophie und Mystik- Heinrich Böll, Botho Strauß, Peter Handke, Ralf Rothmann

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Anja Maria Richter

Die gängigen Prognosen, nach denen die Religionen im Kontext der Moderne oder im Zuge der Globalisierung an Bedeutung verlieren würden, haben sich nicht bestätigt. Das Gegenteil ist der Fall: Jenseits von nihilistischen Entwürfen und virtuellen Konstruktionen öffneten sich auch und gerade in der Literatur Räume für die Belebung religiöser Weltsicht. Ausgehend von Heinrich Böll und seiner Anfang der 1960er Jahre eingeleiteten Distanzierung von der Institution Kirche, wird am Beispiel von Botho Strauß und Peter Handke, die seit den 1970er und 1980er Jahren eine ins Metaphysische zielende Subjektivität repräsentieren, eine Renaissance des Religiösen konstatiert, die sich in den Werken des jüngeren Autors Ralf Rothmann seit den 1990er Jahren mit selbstbewusster Deutlichkeit fortschreibt. Anhand der geistesgeschichtlichen Trias Gnostizismus, Philosophie und Mystik nimmt die Verfasserin eine Fokussierung vor, die die ästhetischen Konzeptionen der Autoren deutlich werden lässt und sie zueinander in Beziehung setzt.

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Inhaltsverzeichnis

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1. Einleitungsteil 1.1. Beschreibung der gesellschaftlichen Situation 9 1.2. Ziel der Arbeit 12 2. Hauptteil 2.1. Heinrich Böll und der Status des Religiösen in Literatur und Gesellschaft der 1950er und 1960er Jahre 15 2.2. Botho Strauß und Peter Handke – metaphysisches Schreiben in den 1970er und 1980er Jahren 26 2.2.1. Botho Strauß 29 2.2.1.1. Mythisches Erzählen 30 2.2.1.2. Der Dichter als Übersetzer des Unsagbaren 38 2.2.1.3. Gnosis und Gnostizismus 42 2.2.1.4. Botho Strauß – ein moderner Gnostiker 48 2.2.1.5. Strauß’ Rezeption Theodor W. Adornos 56 2.2.1.6. Strauß versus Böll 66 2.2.2. Peter Handke 72 2.2.2.1. Die durchdringende Anschauung 75 2.2.2.2. Handkes Entwurf einer Naturpoesie im Zeichen eines pantheistischen Weltbildes 78 2.2.2.3. F. W. J. Schelling und die Identitätsphilosophie 81 2.2.2.4. Auf der Suche nach der Form: Reflexe der Identitätsphilosophie Schellings in Langsame Heimkehr 87 2.2.2.5. „Der ewige Friede ist möglich“ 98 2.2.2.6. Exkurs: Schelling – ein Gnostiker? 105 2.2.2.7. Handkes Abwesenheit und Das wahre Buch vom südlichen Blütenland des daoistischen Dichters Dschuang Dsi 108 2.2.2.8. Handke versus Strauß 118 8 2.3. Eine neue Deutlichkeit: Religiöse Bezüge von den 1990er Jahren bis in die Gegenwart 125 2.3.1. Ralf Rothmann 129 2.3.1.1. Die Mystik und ihre Bedeutung für die Gegenwart 131 2.3.1.2. Meister Eckhart 134 2.3.1.3. Religiosität als Gipfel der Freiheit 138 2.3.1.4. Spiegelungen 144 2.3.1.5. Der Himmel unter der Erde: Die Bedeutung des Bergbaus in der Literatur Ralf Rothmanns 149 2.3.1.6. Alte Gegensätze und Junges Licht 155 2.3.1.7. Geistige...

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