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Hedgefonds als aktive Investoren

Rechtliche Schranken und rechtspolitische Vorschläge

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Stefan Brass

Hedgefonds stehen als aktive Investoren hierzulande spätestens seit den Geschehnissen um die Deutsche Börse AG im Jahr 2005 im Blickpunkt des rechtspolitischen Interesses. Sie beeinflussen die strategischen und operativen Entscheidungen ihrer Portfoliogesellschaften, statt ihre Beteiligungen lediglich passiv zu verwalten. Es ist zu diskutieren, ob das geltende Recht ausreichende Einflussschranken vorsieht oder den neuen Entwicklungen anzupassen ist. Ökonomische Merkmale sowie Ziele und Strategien von Hedgefonds werden hierzu aufgedeckt und ihre Vorgehensweise empirisch herausgearbeitet anhand der Interventionen bei Royal Bank of Scotland/ABN Amro, Deutsche Börse/LSE, Mylan/King, AXA/Mony, Novartis/Chiron, Fortress/Telent, Adecco/DIS, Techem, Cewe Color sowie Ihr Platz. Auf Grundlage dieser Tatsachensammlung zieht der Autor Schlussfolgerungen für einen konfliktschlichtenden Umgang mit aktivistischen Hedgefonds.

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Teil 1. Hedgefonds und ihre Einflussnahme auf Portfoliogesellschaften 5

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Teil 1. Hedgefonds und ihre Einflussnahme auf Portfoliogesellschaften A. ÖKONOMISCHE CHARAKTERISTIK VON HEDGEFONDS Hedgefonds beeinflussen verstärkt Portfoliogesellschaften, um ihre strategi- schen Ziele zu erreichen.13 Dabei begünstigen die typischen ökonomischen Merkmale der Investmentgesellschaften, dass sie im erhöhten Maße auf das Unternehmensgeschehen einwirken. Die Aktivitäten sind damit im Wesentli- chen durch die wirtschaftliche Struktur der Fonds bedingt.14 Ursachen und Erscheinungsformen einer von Hedgefonds praktizierten Einflussnahme las- sen sich aus diesem Grunde nur vor dem Hintergrund der ökonomischen Charakteristika erklären. Insbesondere um die von Hedgefonds verwendeten Einflusstechniken, ihre Motivation und die von ihrem aktivistischen Verhal- ten ausgehenden Gefahren bestimmen zu können,15 ist zunächst aufzudecken, welche Ziele und Strategien Hedgefonds verfolgen und welcher Anlagein- strumente sie sich bedienen. Nachdem im Folgenden zunächst Begriff und Entstehungsgeschichte skizziert werden (I.), sind ökonomische Eigenschaf- ten (II.) und Strategien (III.) von Hedgefonds darzulegen. Für eine Abgren- zung wird sodann der Unterschied zu sonstigen Formen alternativer Invest- ments aufgezeigt (IV.). Um die Marktrelevanz abzuschätzen, werden Volu- men und Struktur der Hedgefondsbranche aufgedeckt (V.). Schließlich wer- den Nutzen und Risiken von Hedgefonds für Anleger und Markt besprochen (VI.). I. ÖKONOMISCHER BEGRIFF Eine einheitliche, allgemein akzeptierte Definition des Begriffs Hedgefonds16 existiert nicht.17 Die Bezeichnung entstammt dem Sprachgebrauch des Kapi- 13 Siehe exemplarisch die Fälle Deutsche Börse AG/TCI (S. 82 ff.), ABN Amro/TCI (S. 87), Te- chem/Elliott Capital (S. 91 ff.), Chiron/ValueAct (S. 89 ff.), Ahold/Paulson (S. 97 ff.), Ihr Platz (S. 108 ff.). Zu den...

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