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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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3 Sozialpsychologische Grundlagen: Konstruktion der sozialen Welt 45

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45 3 Sozialpsychologische Grundlagen: Konstruktion der sozialen Welt „Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.“ Siddhartha Gautama (* 563 v. Chr. † 483 v. Chr.), Begründer des Buddhismus und erster Buddha [6] Das folgende Kapitel erläutert verschiedene Begrifflichkeiten und stellt Erklärungs- konzepte vor, die im Zusammenhang mit dem Erleben von und den Vorstellungen über Arbeitslosigkeit stehen. Beim Erleben geht es z. B. um die Fragen, wie sich Be- troffene in ihrer Situation fühlen und welche Ursachen sie für Arbeitslosigkeit verant- wortlich machen. Daneben existieren in der Gesellschaft bestimmte Vorstellungen über Arbeitslose und Arbeitslosigkeit; im theoretischen Kontext beschäftigt man sich dabei mit der Frage, wie Meinungen, Eindrücke oder Urteile über andere Personen, Objekte, Organisationen, Auffassungen, Werthaltungen usw. entstehen und wie bzw. wodurch sie möglicherweise beeinflusst werden (Barres 1978, S. 24). In diesem Zusammenhang spielen so genannte Alltagstheorien (naive Theorien, Laientheorien, Common-sense-Theorien u. a.) eine große Rolle. Während sich wissen- schaftliche Theorien einer empirischen Überprüfung unterziehen, werden Alltagstheo- rien aus dem Alltagswissen von „Laien“ gebildet, sind eher vage und diffus formuliert – und entstehen, weil Individuen nicht einfach nur Informationen aus Lebensbereichen aufnehmen, sondern sie verarbeiten und damit zu „Konstrukteuren [der] eigenen sozia- len Umwelt“ werden (Güttler 2000, S. 74). Die für diese Arbeit relevanten Konzepte können daher unter dem Dach der „Konstruktion der sozialen Welt“ untergebracht werden:   Abb. 5: Konstruktion der sozialen Welt Im Folgenden wird jeweils...

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