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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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6 Fazit: Forschungsstand und -defizit 149

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149 6 Fazit: Forschungsstand und -defizit Die dargestellten Ergebnisse empirischer Forschung zum Thema Arbeitslosigkeit wur- den in zwei verschiedene Kategorien eingeteilt. Zum einen wurde der aktuelle For- schungsstand zum Erleben der Betroffenen dargestellt. Es zeigt sich, dass seit den An- fängen der Arbeitslosenforschung in den 1930er Jahren die Thematik immer wieder untersucht wurde und davon ausgegangen werden kann, dass die diesbezügliche For- schungslage recht ausgeschöpft ist. Mittlerweile geht der Forschungstrend in Richtung Längsschnittstudien, die eine Betrachtung des Erlebens der Arbeitslosigkeit im Zeit- verlauf ermöglicht. Zudem zeigt der Forschungsüberblick eine starke Konzentration auf die so genannten Moderatorvariablen. In diesbezüglichen Studien werden einzelne soziale Gruppen näher betrachtet und Unterschiede in deren Erleben und Verhalten in der Arbeitslosigkeit erforscht. Da es zum Teil zu widersprüchlichen Forschungsergeb- nissen, gerade in der differenziellen Arbeitslosenforschung kommt (siehe z. B. Ergeb- nisse zu den Moderatorvariablen Alter und Geschlecht), wären hier weitere umfassen- dere Studien bzw. Metastudien sinnvoll, die dem Trend der Längsschnittstudien folgen und Arbeitslosigkeit über einen längeren Zeitraum untersuchen. Die zweite, hier zusammenfassend dargestellte Forschungsrichtung ist die der Einstellungen gegenüber Arbeitslosen bzw. Arbeitslosigkeit von Nicht-Betroffenen. Hier zeigt sich klar, dass neuere Forschungen zu diesem Thema eher rar sind – die meisten Untersuchungen stammen aus den frühen 1980er Jahren und zum Teil auch aus dem Ausland. Aufgrund der weiter gestiegenen Arbeitslosenzahlen seit den 1980er Jahren, den veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, die eine zunehmende Flexibilität und Mobilität von Arbeitnehmern (er)fordern...

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