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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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161 8 Ergebnisse Nach Vorstellung des methodischen Designs folgt die empirische Untersuchung von Selbst- und Fremdbildern von Arbeitslosigkeit. In den weiteren Kapiteln werden die Auswertungsergebnisse vorgestellt und diskutiert. 8.1 Befragung „Selbstbilder von Arbeitslosen“ „Nirgendwo ist das Maß an Selbstvorwürfen, die sich Arbeitslose machen, so hoch wie in Deutschland. (…)“ Stephan Leibfried (*1944), Professor für politische Soziologie, Universität Bremen [23] Die erste Forschungslinie dieser empirischen Untersuchung beleuchtet die Wahrneh- mung und das Erleben, also das Selbstbild der Arbeitslosen. Schon 1986 konstatierten Noelle-Neumann und Gillies (1986, S. 11), dass bloße Arbeitslosenstatistiken nichts darüber aussagen, wie schwer Arbeitslose an ihrem Schicksal tragen, wie intensiv sie nach neuer Arbeit suchen, wie sie ihre Chancen zu verbessern trachten und wie es ih- nen aus wirtschaftlicher Sicht geht. Anhand der Ergebnisse des ersten Fragebogens sollen ebendiese und die in der Einleitung gestellten Forschungsfragen beantwortet werden:  Wie erleben Arbeitslose ihre Situation?  Welche psychosozialen Folgen bringt Arbeitslosigkeit mit sich?  Welche Personengruppen können als besonders belastet angesehen werden?  Welche weiteren Faktoren sind bedeutsam (z. B. Dauer der Arbeitslosigkeit, sozia- le Unterstützung etc.)? Dabei werden Vergleiche zwischen dem in Kapitel 4.3.3 dargestellten Forschungs- überblick gezogen. Zunächst erfolgt eine Beschreibung der durch Faktorenanalysen ermittelten Faktoren. Anschließend werden die Ergebnisse einer Clusteranalyse vorgestellt, die aber nur eine erste grobe Übersicht geben können. Die weitere Analyse der in den Faktoren enthal- tenen Fragen, auch unter der Einbeziehung verschiedener Moderatorvariablen, lässt eine ausführlichere Auswertung zu, an die sich präzisere Handlungsempfehlungen knüpfen...

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