Show Less

Die Strafbarkeit der Marktmanipulation gemäß § 38 Abs. 2 WpHG

Unter besonderer Berücksichtigung des Phänomens des Scalping

Series:

Matthias Schömann

Die Arbeit erörtert die wesentlichen Probleme der Strafbarkeit von Marktmanipulationen, ein Thema, welches nicht zuletzt durch die Finanzmarktkrise und die Eurokrise in den Blickpunkt von Medien, Politik und Wissenschaft gerückt ist. Dabei wird die Entwicklung des Tatbestandes der Marktmanipulation nachvollzogen und die Tatbestandsmerkmale der §§ 20a und 38 Abs. 2 WpHG dargestellt sowie die Verfassungsmäßigkeit der Norm untersucht. Weiterhin werden die unterschiedlichen Formen der Einflussnahme auf den Börsen- oder Marktpreis eines Finanzinstruments erörtert. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Darstellung des sogenannten Scalping. Es wird insbesondere aufgezeigt, dass eine abschließende Definition des Scalping nicht möglich ist und unter welchen Voraussetzungen das Scalping unter den Tatbestand des § 38 Abs. 2 WpHG subsumiert werden kann.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 2: Vom Kursbetrug zur Marktmanipulation – ein (kurzer) historischer Abriss

Extract

5Kapitel 2: Vom Kursbetrug zur Marktmanipulation – ein (kurzer) histori- scher Abriss A Der Straftatbestand des Börsenbetrugs in § 88 BörsG a.F. und seine Bedeutung in der Praxis Mit der Reform des § 88 BörsG a.F. durch das Zweite Gesetz zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität vom 15. Mai 198612 sollte eine Norm geschaffen werden, die einen umfassenden Schutz vor Manipulationen der Börsenpreise bietet13. Schutzzweck des neu formulierten § 88 BörsG a.F. war in erster Linie die Zuverlässigkeit und Wahrheit der Preisbildung an Börsen und Märkten14. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollten die Anleger hingegen lediglich da- hingehend geschützt werden, als es um ihr „Vertrauen in einen mit redlichen Mitteln in geordneter Weise zustande gekommenen Börsen- oder Marktpreis geht“15. Dem schloss sich auch die Literatur bei ihrer Auslegung der Norm wei- testgehend an16. In der Praxis stellte sich diese Regelung aber trotz der acht- baren Bemühungen des Gesetzgebers als nahezu bedeutungslos heraus17. Dies hatte verschiedene Ursachen. Zum einen war der Tatbestand des als abstraktes Gefährdungsdelikt18 ausgestalteten § 88 BörsG a.F. nicht in der Lage, die Vielfältigkeit der Möglichkeiten, den Kurs oder Preis von Börsenwer- ten zu manipulieren, zu erfassen19. Weiterhin fehlte den für die Strafverfolgung zuständigen Staatsanwaltschaften häufig der notwendige Sachverstand, um die börsenrechtlichen Sachverhalte richtig würdigen zu können20. Erschwe- rend kam diesbezüglich hinzu, dass für einen Großteil der Fälle, die das da- mals noch existierende und zust...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.