Show Less

Die Strafbarkeit der Marktmanipulation gemäß § 38 Abs. 2 WpHG

Unter besonderer Berücksichtigung des Phänomens des Scalping

Series:

Matthias Schömann

Die Arbeit erörtert die wesentlichen Probleme der Strafbarkeit von Marktmanipulationen, ein Thema, welches nicht zuletzt durch die Finanzmarktkrise und die Eurokrise in den Blickpunkt von Medien, Politik und Wissenschaft gerückt ist. Dabei wird die Entwicklung des Tatbestandes der Marktmanipulation nachvollzogen und die Tatbestandsmerkmale der §§ 20a und 38 Abs. 2 WpHG dargestellt sowie die Verfassungsmäßigkeit der Norm untersucht. Weiterhin werden die unterschiedlichen Formen der Einflussnahme auf den Börsen- oder Marktpreis eines Finanzinstruments erörtert. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Darstellung des sogenannten Scalping. Es wird insbesondere aufgezeigt, dass eine abschließende Definition des Scalping nicht möglich ist und unter welchen Voraussetzungen das Scalping unter den Tatbestand des § 38 Abs. 2 WpHG subsumiert werden kann.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

D Rechtswidrigkeit 80

Extract

80 V. Subjektiver Tatbestand Nach der Neufassung der §§ 20a, 38 und 39 WpHG durch das Anlegerschutz- verbesserungsgesetz genügt dolus eventualis hinsichtlich aller objektiven Tat- bestandsmerkmale. Der Täter muss also auch die Einwirkung auf den Markt- preis lediglich billigend in Kauf genommen haben, eine entsprechende Absicht ist anders als noch in der Fassung nach dem Vierten Finanzmarktförderungs- gesetz nicht mehr erforderlich auch wenn diese bei den typischen Manipulati- onen wohl vorliegen wird355. Weiterhin muss er weder eine eigene noch die Bereicherung eines Dritten gewollt haben356. Im Rahmen der Unterlassungsalternative des § 20a Abs. 1 S. 1 Nr. 1 WpHG muss der Täter die verschwiegenen Umstände kennen, ansonsten handelt er gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 StGB ohne Vorsatz. Kennt er diese Umstände und hält sie lediglich für nicht publikationspflichtig, so liegt ein Verbotsirrtum vor357. Hinsichtlich der Bewertungserheblichkeit einer Angabe über einen Umstand oder das Verschweigen eines solchen, ist zu verlangen, dass dem Täter die wirtschaftliche Bedeutung seiner Aussage bzw. seines Verschweigens be- kannt war. Problematisch ist, welche Anforderungen an den Nachweis des Vorsatzes bzgl. der Täuschungshandlung im Sinne des § 20a Abs. 1 S. 1 Nr. 3 WpHG zu stellen sind. Da die Norm von einer Täuschungshandlung spricht, wird man auch fordern müssen, dass der Täter zumindest gewusst hat, dass seine Handlung geeignet ist, einen Irrtum bei den Anlegern hervorzurufen. Das be- deutet also, dass er dann vorsatzlos handelte, wenn er davon ausging, dass seine Handlung kein Täuschungselement enthielt....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.