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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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I. Theoretischer Teil 1

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I. Theoretischer Teil Slov německého původu je také dost; v obrození se v podstatě český kalk nepokládá za cizí slovo. Musíme si uvědomit, že to neříkám proto, abych nějakým způsobem snižoval význam Jungmannův a jeho celoživotní boj proti germanismům. Ale nebyl dosud řádně analyzován a zpra- cován poměr jazyka Jungmannova a vůbec obrozenského českého jazyka k němčině, který byl bezprostřední a který se tak „pod rukou“ do jazyka dostával, jak jsem upozornil např. na ojedinělé slovo krasochut’ místo krasocit v Zápiscích. Je tady pro naše bohemisty a germanisty ještě dobrá neprobraná tematika. (Havránek 1974: 200) 1. Einleitung Die Lehnprägung ist bis heute ein boykottierter und wenig erforschter Bereich des le- xikalischen Sprachkontakts, ganz zu schweigen von der Wortbildung als einer ihrer wichtigen Schnittstellen. In den koproduktionellen Thesen des Prager Linguistischen Zirkels (PLZ), vorgelegt zum ersten Slavistenkongress 1929 in Prag, stellt Vilém Mathesius in einer ihm zur „Forschung über Wort und Wortverbindungen“ zuge- schriebenen Sektion auch das Desideratum auf, die Methoden der lexikalischen Erwei- terung im Hinblick auf äußere und innere Entlehnungen hin zu untersuchen.1 Während die bohemistische Generallinie bei den potentiellen grammatischen Germanismen bis- her eine immanente Entwicklung mit einem eventuell deutschen Impuls (Trost 1963; Kamiš 1983; Povejšil 1997) einer Zugehörigkeit beider Sprachen zu einem Sprach- bund unterschiedlicher kontaktarealer Ausprägung...

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