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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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3.5. Die Relation der Transferenzmodi zum Kontaktmedium, den Sprachvarietäten und den entlehnten Entitäten 17

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Kontaktmedium – Sprachvarietäten – entlehnte Entitäten 17 Aussterben älterer dialektaler Generationen zukünftig auch mit einer allmählichen Ab- nahme der noch verbliebenen Lehnwörter und Semi(Calques) zu rechnen ist. Aller- dings ist die Konstituierung einer offiziellen Terminologie für die traditionellen Handwerksbereiche mittels Calquesurrogaten auch nur verhalten erfolgt, wie es z.B. der Glaserjargon bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jhs. belegt (nová červeň - najrót; lindengrín lipová zeleň; žandárblau četnická modř).62 Auch die aus dem Argot stammenden peripher calquierten Einheiten spielen nur noch eine historisch relevante Rolle.63 3.5. Die Relation der Transferenzmodi zum Kontaktmedium, den Sprach- varietäten und den entlehnten Entitäten Wenn man die Art der Entlehnung, den Transferenzmodus näher untersucht, so domi- nieren hier das Lehnwort und der Semicalque bei der Entlehnung von konkret- gegenständlichen Realien in der mündlichen Übertragung, ohne daraus einen niedrige- ren Grad an intellektueller Leistung schlussfolgern zu wollen. Diese Funktion wird auch durch die Lehnbildung abgedeckt, was umgekehrt für die Benennung von geistig- abstrakten Gehalten mittels Lehnwort ungleich seltener zutrifft, da die Lehnbildung hier durch schriftliche Fixierung in der Buch- und Wissenschaftssprache den Vorzug erhält.64 Die Lehnbedeutung und die phraseologischen Calques nehmen in bezug auf das Medium eine Zwischenstellung ein, in bezug auf die Vermittlung entlehnter Enti- täten bedienen sie sich ausgiebig der Bildsphärenüberschneidung und der Kontiguität. Hinsichtlich der Verteilung eines Transferenzmodus auf die einzelnen Sprachva- rietäten kann man folgendes beobachten: In den nichtstandardsprachlichen...

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