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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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9.3. Wortbildungsreflexe des logisch-semantischen Verhältnisses dt. prototypischer Konstituentenrelationen im č. Reprodukt 118

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118 (Post)Integrative Entwicklung Standardisierungsbedürfnisses oder eines puristischen Abwehrreflexes ohne fremde Ausdrucksseite bzw. Hybridität zu verstehen sind.454 Prinzipiell tragen demnach auch innersprachliche Austauschprozesse z.B. zwischen den arealen Differenzierungen (Dialekten) und den diastratischen Schichten (Umgangssprache, Argot, Fachjar- gons, Standardsprache) Entlehnungscharakter.455 Im günstigsten Fall koexistieren zeitweilig synchron das Lehnwort, die Lbi und der Semicalque, wobei i.d.R. seman- tische oder konnotative Diversifizierungen einhergehen: Č. štípačky březňák nhd. März(en)bier; Semicalque mit Konduktion bei dvojhák Hist. (Jg I:521 mit Burian als Beleginformanten) daneben dvojhákovnice (OSN VII 1893: 257; PSJČ I:609), dwojatý hák (Šp 1851: 87) tuplhák (VelNom) frühnhd. doppelhaken. Aus dieser Koexis- tenz ergibt sich auch eine leichtere Identifizierbarkeit für die einzelnen Calquearten. Die umgekehrt diachrone Abfolge, dass nach einem Calque ein späteres Lehnwort nachfolgt, ist im Tschechischen nicht regulär (z.B. das von Cicero lat. veriloquium wiedergegebene gr. - eigtl. notatio im Anschluss an den von Aristoteles gebrauchten Begriff - wurde von Quintilian erneut als Lehnwort etymologia eingeführt).456 Eine vergleichbarere Erscheinung ist in größerem Ausmaß nur aus der Reinternationalisierung der calquierten Terminologie zur Zeit der Rücknahme dieser Purismen bekannt (krasověda (Jg II:169): die Wissenschaft des Schönen - aesthetica (Mark. log. 11) PSJČ II:352: selt., SSJČ I:989: veralt. bspr. gegenüber estetika). 9.3. Wortbildungsreflexe des logisch-semantischen Verhältnisses dt. proto- typischer Konstituentenrelationen im č. Reprodukt (a) Nomina agentis/actoris Innerhalb der Personenbezeichnungen der Nomina agentis/actoris wird der Typus Agens vollzieht...

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