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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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9.4. Diatopische Verteilung der Lehnprägungen 123

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Post)Integrative Entwicklung 123 (b) Komparativ-endozentrische Prototypen, wo der Bildempfänger B mit dem Bild- spender A verglichen wird, tendieren zur syntagmatischen Auflösung: biskupský chlebíček, bubnová palba, blesková válka, hákový kříž, hrdelní právo/soud, korunový svícen, korunní svědek, korunní princ, kočičí stříbro/zlato, losí test, řet’ezový kuřák, šibeniční humor 9.4. Diatopische Verteilung der Lehnprägungen In Anlehnung an Bellmanns (19802: 684f.) drei arealdistributive Klassen der Lehn- wort-Integrate, ergibt sich für Calques folgende modifizierte Einteilung: a) Arealismen mit dem Status von Heteronymen (direkte und wenige in die Dialekt- ebene integrierte, indirekte Infiltrate, z.B. zemák reg., zemčátko, zemče, zemňák, zemně, (zemské) jabko jablouško dial.), b) gesamtsprachliche Integrate mit diastrati- schen Dubletten (z.B. ostrostřelec sts.; šorfšic gs.) und c) gesamtsprachliche (kategorický imperativ bspr. phil. nhd. kategorischer Imperativ; zázračné dítě nhd. Wunderkind, vgl. WB) mit übereinzelsprachlicher Geltung (Europäismen/ Inter- nationalismen), die Begriffe der modernen internationalen v.a. wissenschaftlich- technischen Entwicklung bezeichnen. 9.5. Semantische Integration: Diversifikation Durch die Gesamtheit aller lexikalischen Beziehungen wird sowohl die synchrone Stellung als auch die diachrone Entwicklung sowie das Funktionieren der Be- zeichnungseinheit zwischen Zentrum und Peripherie des Lexikons unter Einbe- ziehung externer soziolinguistischer Faktoren bewerkstelligt. Die Entwicklung des Calques nach seiner Aufnahme in den L2-Zielkode betrifft die lexikosemantische Integration unter Bezugnahme auf eventuelle bisherige Begriffs- ausdrücke (paradigmatische Eingliederung in die synonymen, homonymen und anto- nymen Beziehungen sowie seine syntagmatische Eingliederung). Maximale Integrie- rung erreichen die Lexeme oder Sememe,...

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