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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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9.7. Diastratische und funktionalstilistische Klassifizierung 126

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126 (Post)Integrative Entwicklung 9.7. Diastratische und funktionalstilistische Klassifizierung474 Der Calque kann potentiell alle Existenzformen eines Kodes kontagieren. Die Beibe- haltung der Varietät zwischen Prototyp und Reprodukt innerhalb der standardsprachli- chen L2-L1-Kodes ist genauso regulär wie die innerhalb der L2-L1- Substandardvarietäten (dt. ugs. č. gs.; dial. dial.): Č. andělíčkářka (bába ~) gs.; dlouhoprsťák gs., scherzh. expr.; parádní kousek/ kus kolloq. expr.; parádní role kolloq. Fj. expr.; tlustá Berta Fj. Mil., Publ.; zakopaný pes kolloq. expr. dial., hadí hlava (bzw. hadí oko), hadihlav dial., št’astné dřevo dial. Die Lbi übernehmen also tendenziell mit der Reproduktion die standardsprachliche Varietät zuweilen mit einem buchsprachlichen bzw. terminologischen Funktionalstil, wobei danach noch determinologisierende Umwertungen stattfinden können. Aus- nahmsweise neigt die Lehnwort- und Semicalque-Dublette v.a. in der wissenschaftli- chen Terminologie zur Standardaufnahme (Fj. sts.: lajtmotiv/leitmotiv, Fj. nats.: mindrák; umlaut sts., übermensch sts.; centrální mocnosti, doba gründerů, Geigerův- Müllerův počítač, gründerské období). Besonders die der standardsprachlichen All- tagssprache (ats.) angehörenden (Semi)Calques, die wohl ihre orale Transferenz indi- zieren, neigen zur Neutralität: Č. (černý/slepý pasažér kolloq. neutr.; gala oblek (ats.), gala představení ats.; kočičí hlava kolloq., neutr. (dlažební kámen); kuří oko kolloq., neutr.; lev salónů, salonní lev kolloq. neutr.; myslivecká latina kolloq. neutr. expr.; šibeniční humor kolloq. neutr. expr.; šéfkuchař (SSJČ noch ats.), šéflékař (SSJČ noch ats.) [neben absoluter Konduktion bei šéfinženýr (ats.), šéfmontáž (ats.), šéfmontér...

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