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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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10. Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques 128

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128 Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques 10. Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques Aus der komplementären Analyse sprachwissenschaftlicher Teildisziplinen wie der Areal- und Kontaktlinguistik, der Lexikologie (v.a. Etymologie und Wortschatzerwei- terung des rezeptiven Kodes), der Wortbildung mit Beschreibung der onomasiologi- schen Strukturen und der Translationswissenschaft versucht man sich mosaikartig dem Forschungsgegenstand der calquierten Ausdrucksmittel im Hinblick auf inner- und zwischensprachliche Untersuchungsmethodik zu nähern, um ihre Identifizierung in der Architektur des Lexikons bestimmen zu können. Bei der präzeptorischen Entwicklung der Prototypen477 werden zunächst der Geber- kode und eventuelle weitere Migrationswege (westeurop. Prototypen, z.B. das Frz. oder klass. Sprachen bzw. eine Vermittlung über eine Slavine) bewertet, und wenn möglich wird eine nähere diachrone, dialektale, diatopische und diastratische Charak- terisierung vorgenommen, die eventuell mittels č. Lehnwort-Dubletten erleichtert wer- den kann. Es erfolgt somit ein kontrastiver Abgleich der etymologischen Wortge- schichte mit derjenigen potentiell kontagierter (grenz- oder ferninfiltrierter) bzw. nicht kontagierter Diskursgemeinschaften. Aus der Art des Integrationsvorgangs resultiert die Bestimmung des Transferenzmodus. (Post)integrative Mechanismen, d.h. wortbildunsgsstrukturelle, phono-,478 morphologische, funktionalstilistische Aspekte, die lexikosemantische Integrationsmotivik sowie die Verteilung auf interferierte lexi- kalische Teilsysteme (kontaktuell-situative Klassifizierung)479 müssen untersucht wer- den. Hierzu müssen ebenso, wenn vorhanden, extralinguistische Untersuchungsmetho- den (kulturgeschichtliche, ethnographische und sozioökonomische) ausgeschöpft wer- den.480 Aus all diesen Aspekten lässt sich im Anschluss von uns ein Identifizierungska- talog für Calques erstellen. Der systematisch vorgenommene Aufbau eines Lemmaeintrags im Einzelnen ist dem Abkürzungsverzeichnis zu Beginn des Wörter- buchteils zu entnehmen....

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