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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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10.1.3.5. Identifizierung (mit Hilfe) diachroner Prototypen 133

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Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques 133 1. Monogenetischer Ansatz von L2- und L1-Einheiten mit Rekonstrukt *L1,2, so dass alte gemeinslav. Belege tendenziell gegen eine Lehnprägung sprechen.497 2. Polygenetischer Ansatz von L2 und L1, z.B. aufgrund universeller kognitiver Prozes- se und der daraus resultierenden Nominationsrealisierung mit homo- oder paramorphem Wortbildungsinventar498 (Rekonstrukte *L2,*L1, Scheincalque, phenomenological calque, phenocalques).499 3. Polygenetischer Ansatz mit einem Wortbildungstyp2 (WT2) Lehn- Wortbildungstyp1 (WT1) (Rekonstrukte *L2 mit WT2, *L1 mit LWT2). 4. Reguläre Lehnprägung von L2 L1 mit identischer oder variierender Reproduktion der Wortbildungsstruktur bei identischer oder variierender Motivierung mit oder ohne L Lehn-Wortbildungstyp2 in der rezeptiven L1. 5. Intertransfer von L3 L2 L1 (Kap. 10.1.4.4.). 6. Sprachliche Konvergenzergebnisse, indem L3 L2, L1 gemeinsam bzw. L3 L2 und L4 L1 unabhängig kontagiert. Im letztgenannten Fall können L3 und L4 direkt oder wiederum indirekt bzw. gar nicht in einer Kontaktsituation gestanden haben. Für unsere Untersuchung scheiden also die Fälle unter 1-3 aus, um eine Entlehnung im Sinne einer Lehnprägung zu gewährleisten. Im Hinblick auf die Transferenzmodi trifft dieses identifizierende Argument in erster Linie für den die Lü, die ihre Motivierung variierende Lüt, die homologe und homomorphe Lb, i.d.R. auch auf den Semicalque zu. 10.1.3.5. Identifizierung (mit Hilfe) diachroner Prototypen Die Prototypen potentieller Reprodukte müssen morphologisch und semantisch mit dem Zeitpunkt der Calqueentstehung diachron übereinstimmen und nicht fälschlich mit der aktuellen Entwicklung des Prototypen gleichgesetzt werden, da dieser im L2- System steten Veränderungen...

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