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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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10.1.4.4. Lexikalischer Intertransfer mittels des Deutschen 143

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Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques 143 Im Schlesischen Wörterbuch wird vermeldet:532 Nottrkoup, Ottokoup (NO-Böhmen), Otterkop (Dtsch. Brodek), Notterkoup (Gr. Wisternitz)), wossrrjumpfer (NW-böhm. Mda. und Umgangssprache);533 die areale Distribution sieht im Č. nach dem ČJA wie folgt aus: Hadí hlava (Podkrkonoší/Unteres Riesen- gebirge, Zábřežsko/Reg. von Hohenstadt, Podorlicko/Untere Adlerreg., Boskovicko/Reg. von Boskowitz, Brněnsko/Brünner Reg., weiter in der nördl. Hälfte der ostmährischen Dial., partiell Jablunkovsko/Reg. von Jablunkau, Opavsko/Reg. von Troppau). Als sporadische Syntagmen treten auf: had’í hlava - hadzja hłava (Žitková/Schitkowa), gadz’o gu̯ova (Nýdek/Niedek), haďihlav (Bílá Třemešná/Weiß-Třemeschna, Pavlínov/Pawlinau/Reg. Žd’ár nad Sázavou/Saar), hadz’i palica (Lukavec/Luck/Nový Jičín/Neutitschein)), hadz’i palyca (Větřkovice/Dittersdorf/Kreis Opava/ Troppau); had’í panenka (Frýdštejn/ Friedstein). Beim kulturellen Kontakt muss geprüft werden, ob bei einem potentiellen m.E. ge- samtsprachlichen Integrat für denselben Inhalt die anderen Slavinen eventuell ein (nicht)deutsches Lehnwort gebrauchen oder einen Europäismus aufweisen, welche homo- oder paramorphen Lexeme zum Ausdruck desselben oder unterschiedlichen Inhalts (p. gęsie nóżki - č. husí nožičky (nogi gęsi und nicht cudzysłów); p. kurze oko - č. kuří oko (oko kury und nicht odcisk na palcach stopy)) verwendet werden, und falls keine derartigen Entsprechungen vorhanden sind, ob ein Abgleich mit Synonyma in- nerhalb und außerhalb der Slavinen diese als heimische eventuell gesamtslavische Bil- dungen ausweisen kann. 10.1.4.4. Lexikalischer Intertransfer mittels des Deutschen Ein Großteil neuer Begriffe,...

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