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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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10.2. Extralinguistische Kriterien 146

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146 Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques slk. slobodný murár, slobodomurár; r. (франк)масон; wr. (франк)масон; ukr. (франк)масон; p. wolnomularz, wolny mularz, mason; pom. frėmär; os. swobodny murjer, muler selt., swobodnomurjer; sln. svobodni zidar, prostozidar; bg. свободен зидар, (франк)масон; mak. слободен sидар, масон; sb. u.kr. slobodni/slobodan zidar, (fra)mason; engl. freemason, Mason; nl. vrijmetselaar; dän. frimurer, schw. frimurare; norw. frimurer; isl. frímúrari; frz. franc-maçon; sp. (franc)masón; it. framassone; ung. szabadkőműves 10.2. Extralinguistische Kriterien Da in einer nicht geringen Zahl der Fälle eine Zuordnung mit rein innersprachlichen hinreichenden Kriterien nicht möglich sein wird, müssen soziokulturelle, die die extra- linguistische Realität betreffen, herangezogen werden. Alle rekonstruierbaren (kul- tur)historischen, ethnographischen u.a. Gegebenheiten müssen geprüft werden, um das Restrisiko einer autochthonen Bildung so gering wie möglich zu halten. Falls ein potentielles Reprodukt mit der Sach- und Begriffsübernahme neu bekannt- gewordener oder neu eingeführter Inhalte in Verbindung zu bringen ist, deren deutsche Herkunft oder Vermittlung historisch verbrieft ist (Německý celní spolek; Severoněmecký spolek; Frankfurtské národní shromáždění, „Nasavský pamětní spis“ (1807)), wird die Integrationsmotivik zu einem stützenden Identifizierungsmerkmal: Č. bankocedule, bankocetle (Lw) dt. Bankozettel538 (zu it. banco + nhd. Zettel); slk. bankocedul’a (BrV 1798), im P. wurde bankocetel von Niedźwiedzki (1917: 31) abgelehnt. Die erste Ausgabe von sog. Bancozetteln erfolgte 1762 durch die bereits 1705 gegründete Wiener Stadtbank (Wiener Stadt Banco). Über die österreichische Herkunft gibt die Enzyklopädie OSN III (1890: 258) Auskunft: Bankocetle...

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