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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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11. Die Lehnprägung zwischen Sprachentfaltung und Sprachpurismus 148

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148 Die Lehnprägung zwischen Sprachentfaltung und Sprachpurismus recht, Erbfolge; daher in Kott-třetí příspěvek (1906: 631): Má dobrý nápad oder besser dobrou myšlenku (Phrd. XXIV. 810). (e) Der Brus (18943: 117), Zenkl (1911: 75) und Mašín (19242: 29) halten dobré zdání (Šb.) für besser. Nach Šm (1851: 103f.) ist drahov besser als dražeň zu werten, dražeň oder nádraží besser als drahov und dražín einzuordnen. (4) Rezente Bildungen: Als „recent“ (rec.) sind folgende calquierte Belege notiert: časopis (Plk. mavult časnjk, sed temere, Jg I:265); bei Dob čepobitj (Zlob., Jg (recent.); bleskowod (Jg I:140); gezdmistr - ritmistr, gjzdmistr, gjzdomistr (Jg I:609;627, Rank (neu)); mědirytec alii mědorytec et měděrytec tentarunt (Jg II:413); odpomohu - odpomáhám (Jg II:858); odznak (Jg II:886); státowěda (Jg IV:292); událost (Jg IV:702), spořitelna (Jg IV:253); pogem (Jg III:212); pogednati o čem (Jg III:211;V:956). 11. Die Lehnprägung zwischen Sprachentfaltung und Sprachpurismus 11.1. Begriff und Periodisierung Dem mehr als 500 Jahre umspannenden Begriff des tschechischen Sprachpurismus (české brusičství)543 liegt ein veränderlicher Wert zugrunde, der auf der lexikalischen Sprachebene keineswegs durchgehend eine Ablehnung des geistigen Vermächtnisses der tschechisch-deutschen Kulturvergangenheit, namentlich der Lehnwörter, wider- spiegelt. Hinzu kommen die deutschen (Semi)Calques und Lehn-Wortbildungstypen besonders im 19. und Anfang des 20. Jhs., wobei abgeschwächt auch gegen andere Quellsprachen, wie Latinismen, Gr...

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