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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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11.12. Distanzierte Haltung gegenüber dem Calque nach 1945 174

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174 Die Lehnprägung zwischen Sprachentfaltung und Sprachpurismus „Toto opičení, nezdržované tradicí jazykovou, je nad jiné důležitým pramenem jazykové zkázy […]. Opičíme se po němčině, která nám posud byla skoro jediným mostem, přes který k nám přicházelo světové vzdělání, sloh úřední, obchodní, společenský a jiné věci podobné; a toto opičení, které se u nás rozmohlo měrou tak strašnou vlastně teprve v posledních desítiletích a které se vlastně rozmáhá denně před našima očima, protože od novin a obchodních ceníků až do krásné a vědecké literatury zůstáváme otroky německého trhu, zvedlo nás tak daleko, že jsme skoro již zapomněli po česku mysliti.“ („O úpadku našeho knižního jazyka“ in Nř IV (1920: 7)) Auf Alexander Brückners Ausspruch wandte der arrivierte Übersetzer Pavel Eisner ein, dass dann das Übersetzen aus dem Deutschen ins Tschechische leicht sein müsste, was aber mit seinen eigenen Erfahrungen nicht im Einklang stünde. Diesem Urteil schlossen sich Bukáček (1934: 114f.), Weingart (1934: 56) und Jelínek (2004: 63) an, die Brückners Urteil als übertrieben einstufen. Schützenhilfe erhielt Brückner ausge- rechnet vom antipuristischen PLZ-Mitglied Roman Jakobson (1932: 117), der die The- se vertrat, dass es für einen Russen, der des Tschechischen und Deutschen mächtig ist, einfacher sei,...

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