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Die Insolvenz des selbstständigen Freiberuflers aus der Sicht des Verwalters

Unter besonderer Berücksichtigung berufsrechtlicher Normen

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Janet Grau

Die Autorin beschäftigt sich in ihrer Publikation mit den Problemen, die im Rahmen eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen von selbstständigen Freiberuflern (z. B. Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern, Notaren) durch den Insolvenzverwalter zu bewältigen sind. Diese Schwierigkeiten basieren größtenteils auf einer mangelnden Abstimmung zwischen den berufsrechtlichen Normen und der Insolvenzordnung. Die Verfasserin geht dabei vertieft auf ausgewählte Problemstellungen ein. Anhand juristischer Methoden und unter Einbeziehung praktischer Erwägungen bietet sie Lösungen an und wendet sich hierbei insbesondere an Praktiker.

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§ 3 Fortführung der Praxis 51

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51 § 3 Fortführung der Praxis A. Eröffnungsverfahren Nach § 22 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 InsO hat der „starke“ vorläufige Verwalter das Un- ternehmen des Schuldners während des Eröffnungsverfahrens grundsätzlich fortzuführen. Aus der Wortwahl ergibt sich eine Pflicht. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn das Insolvenzgericht einer Stilllegung aus Gründen der Vermö- genssicherung zustimmt. Aber auch in diesem Fall steht die Entscheidung nicht dem vorläufigen Verwalter zu. In Verbindung mit dem Sicherungsauftrag aus § 22 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 InsO hat er aus eigener Rechtszuständigkeit eine Stilllegung beim Insolvenzgericht zu beantragen, wenn er dies zur Vermeidung einer erheb- lichen Vermögensminderung als erforderlich ansieht.261 Alle Entscheidungen sind allein am Zweck der Erhaltung des Vermögens auszurichten. Gleiche Pflichten und Befugnisse können sich auch für den „schwachen“ vorläufigen Verwalter aus einer gerichtlichen Anordnung nach §§ 22 Abs. 2 i. V. m. Abs. 1 S. 2 Nr. 2 InsO ergeben. Ein Unternehmen ohne Übergang der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis zu leiten, gestaltet sich schwierig und ist nur in Zusammenarbeit mit dem Schuldner zu bewältigen.262 Die Fortführung während des Eröffnungsverfahrens wird als Kernpunkt der Insolvenzrechtsreform263 bezeichnet. Ihr Zweck richtet sich nach dem des In- solvenzverfahrens, nämlich der gemeinschaftlichen Verwirklichung der Vermö- genshaftung.264 Das bedeutet, dass die im Unternehmen gebundenen Ressour- cen zur bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger beitragen. Würde der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden, käme es stattdessen zu einem...

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