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Die Insolvenz des selbstständigen Freiberuflers aus der Sicht des Verwalters

Unter besonderer Berücksichtigung berufsrechtlicher Normen

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Janet Grau

Die Autorin beschäftigt sich in ihrer Publikation mit den Problemen, die im Rahmen eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen von selbstständigen Freiberuflern (z. B. Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern, Notaren) durch den Insolvenzverwalter zu bewältigen sind. Diese Schwierigkeiten basieren größtenteils auf einer mangelnden Abstimmung zwischen den berufsrechtlichen Normen und der Insolvenzordnung. Die Verfasserin geht dabei vertieft auf ausgewählte Problemstellungen ein. Anhand juristischer Methoden und unter Einbeziehung praktischer Erwägungen bietet sie Lösungen an und wendet sich hierbei insbesondere an Praktiker.

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§ 8 Verwertung der freiberuflichen Praxis 180

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180 § 8 Verwertung der freiberuflichen Praxis A. Verwertungsverfahren nach der InsO Wie bereits mehrfach erwähnt, dient das Insolvenzverfahren dazu, die Gläubiger des Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen. Als Mittel werden in § 1 InsO einerseits die Verwertung des Vermögens, andererseits aber auch die Erhaltung des Unternehmens genannt. Die Verwertung der Masse regelt § 159 InsO. Danach hat der Verwalter das vom Insolvenzbeschlag erfasste Vermögen unverzüglich nach dem Berichts- termin zu verwerten. Dieser Termin dient dazu, dass der Verwalter Prognosen über die Chancen abgibt, die Praxis zu erhalten oder zu verwerten und welche Folgen dies für die Befriedigung der Gläubiger hätte (vgl. § 156 Abs. 1 S. 2 In- sO). Er informiert weiterhin über die wirtschaftliche Lage des schuldnerischen Vermögens und deren Ursachen. Jedoch ist es nach § 157 S. 1 InsO als Ausprägung der Gläubigerautonomie das Recht der Gläubigerversammlung, anhand dieser Auskünfte über die Erhal- tung oder Stilllegung der Praxis zu entscheiden. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine möglichst genaue Prognose ist. Der Verwalter ist an den Beschluss der Ver- sammlung gebunden.948 Wird eine Stilllegung beschlossen, so bleibt dem Verwalter meist nur die Möglichkeit, das Inventar einzeln zu verwerten, sofern der Schuldner nicht eine neue Praxis eröffnen möchte und er auch tatsächlich in der Lage ist, die Kosten nach der Freigabe des Unternehmens aus dem ihm verbleibenden Einkommen zu tragen. Soll die Praxis dagegen vorübergehend im Rahmen des Insolvenzver- fahrens fortgeführt werden, so bestehend die M...

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