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Wahrung der Intimität? Grenzen des Persönlichkeitsschutzes für Prominente

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Nina Fechner

Im Medienzeitalter zeigt die Öffentlichkeit ein gesteigertes Bedürfnis, an dem Leben prominenter Personen teilzunehmen. Privatheit und Intimität werden dem Informations- und Sensationsinteresse der breiten Öffentlichkeit geopfert. Aber müssen Prominente grenzen- und schutzlos Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hinnehmen? Das wechselseitige Spannungsverhältnis zwischen Mediengrundrechten und Persönlichkeitsrechten Prominenter erfordert eine neue Grenzziehung gegenüber dem standardmäßig gewährleisteten Persönlichkeitsschutz. Diese Arbeit unternimmt vor diesem Hintergrund den Versuch, neue Abwägungskriterien zum Ausgleich kollidierender Interessen zu finden.

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Einführung 21

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21 Einführung „Es gibt keine Grenzen. Nicht für die Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen“1. So charakterisierte einst Ingmar Bergman die Bedeutung von Grenzen, Grenzen für die Persönlichkeit und das menschliche Leben. Grenzen, die ein jeder Mensch sich selbst setzt oder aber von seiner Umwelt gesetzt bekommt. Mit Bezug auf dieses Zitat offenbart sich die Frage, ob in unserer heutigen Gesell- schaft eine spezifisch ausgestaltete Angst in der Bevölkerung vorherrscht, die Grenzen zu setzen vermag. Grenzen, die jeder setzen muss, um einen Bereich von Privatheit und Intimität zu wahren. Oder gibt es in unserer Gesellschaft keine Angst vor der grenzenlosen Aufgabe des Privat- und Intimbereichs? Insbesondere stellt sich diese Frage für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, die den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit bildet. Es handelt sich dabei um die Be- völkerungsschicht prominenter Menschen, die ihr Leben der Öffentlichkeit aufgrund ihrer Prominenz2 zugänglich machen bzw. machen müssen. In den letzten Jahren vermehrten sich die Fälle, wo Journalisten Jagd machten auf intimste Details aus dem Privatleben prominenter Menschen, nur um die Sensationslust ihrer Leser zu befriedi- gen3. Prominente müssen in allen Lebenssituationen damit rechnen, dass ihre privaten Empfindungen schonungslos festgehalten werden. Die Hemmschwelle der Presse schwindet, je mehr die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit steigt. Prominente schei- nen jeglichen Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte dulden zu müssen. Denn sie haben sich entschieden, in der Öffentlichkeit zu stehen mit allen Vor- und Nachteilen. Aber muss nicht...

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