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Wahrung der Intimität? Grenzen des Persönlichkeitsschutzes für Prominente

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Nina Fechner

Im Medienzeitalter zeigt die Öffentlichkeit ein gesteigertes Bedürfnis, an dem Leben prominenter Personen teilzunehmen. Privatheit und Intimität werden dem Informations- und Sensationsinteresse der breiten Öffentlichkeit geopfert. Aber müssen Prominente grenzen- und schutzlos Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hinnehmen? Das wechselseitige Spannungsverhältnis zwischen Mediengrundrechten und Persönlichkeitsrechten Prominenter erfordert eine neue Grenzziehung gegenüber dem standardmäßig gewährleisteten Persönlichkeitsschutz. Diese Arbeit unternimmt vor diesem Hintergrund den Versuch, neue Abwägungskriterien zum Ausgleich kollidierender Interessen zu finden.

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1. Teil: Grundlagen 23

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23 1. Teil: Grundlagen 1. Kapitel: Inhalt und Struktur des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts A. Entstehung und Entwicklung Das Grundrecht aus Art. 2 I i.V.m. Art. 1 I GG als allgemeines Persönlichkeitsrecht, welches den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet, sucht man vergeblich im Verfassungs- text von 1949. Art. 2 I GG wurde zunächst so gelesen, als ob dort stünde: Jeder kann tun und las- sen, was er will4. Eine solche Interpretation des Art. 2 I GG lässt auf den ersten Blick nur die Deutung des Art. 2 I GG als allgemeine Handlungsfreiheit zu. Die allgemeine Handlungsfreiheit sollte als Generalklausel fungieren, die alle Lücken füllt, die von den spezielleren Freiheitsrechten gelassen werden5. Von einem Schutz der Persönlich- keit oder gar dem Grundrecht des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 I i.V.m. Art 1 I GG konnte hier noch nicht die Rede sein. Erst als die Rechtsprechung die Notwendigkeit sah, den grundrechtlichen Schutz neuen Entwicklungen anpassen zu müssen6, erwuchs in einem langwierigen Schöpfungsprozess das Allgemeine Per- sönlichkeitsrecht aus Art. 2 I i.V.m. Art. 1 I GG. Das heute als entwicklungsoffen7 umschriebene Grundrecht beruht auf dem Grund- gedanken, dass die Anerkennung jedes Menschen als Person die Grundlage der Rechtsordnung ist8. Es ist zudem ein typisches Produkt der grundrechtsgeprägten Nachkriegsrechtspre- chung9, wie im folgenden Teil gezeigt wird. 4 Hans D. Jarass, Das allgemeine Persönlichkeitsrecht im Grundgesetz, in: NJW 1989, 857- 862, 857; zur Entstehungsgeschichte vgl. Klaus- Berto v. Doemming/ Rudolf Werner Füsslein/ Werner...

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