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Wahrung der Intimität? Grenzen des Persönlichkeitsschutzes für Prominente

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Nina Fechner

Im Medienzeitalter zeigt die Öffentlichkeit ein gesteigertes Bedürfnis, an dem Leben prominenter Personen teilzunehmen. Privatheit und Intimität werden dem Informations- und Sensationsinteresse der breiten Öffentlichkeit geopfert. Aber müssen Prominente grenzen- und schutzlos Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hinnehmen? Das wechselseitige Spannungsverhältnis zwischen Mediengrundrechten und Persönlichkeitsrechten Prominenter erfordert eine neue Grenzziehung gegenüber dem standardmäßig gewährleisteten Persönlichkeitsschutz. Diese Arbeit unternimmt vor diesem Hintergrund den Versuch, neue Abwägungskriterien zum Ausgleich kollidierender Interessen zu finden.

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3. Teil: Einzelne Fallgruppen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts 101

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101 3. Teil: Einzelne Fallgruppen des Allgemeinen Persönlichkeits- rechts Betrachtet man nach Erläuterung der Grundlagen des Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG und der zu untersuchenden Personengruppe nun genauer die einzelnen Fallgruppen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, so muss zunächst zwischen den Fallgruppen der sozialen und der privaten Identität differenziert werden. Das Ziel ist dabei herauszufinden, welcher Persönlichkeitsschutz Prominenter im Bereich der sozialen Identität und der privaten Identität gewährleistet wird. Die Gewährleistungen können im Ergebnis gegenübergestellt werden, um etwaige Parallelen und Differenzen herauszufiltern, welche wiederum für die Erstellung eines Musters für eine einschlägige Grenzziehung im Hinblick auf den Persönlichkeitsschutz Prominenter elementar sind. Die hier im Folgenden genannten Fallgruppen sind unter allen Fallgruppen des All- gemeinen Persönlichkeitsrechts ausgesucht, da sie zwangsläufig oder mittelfristig in Zusammenhang mit der Selbstdarstellung oder Selbstentfaltung eines Prominenten in der Öffentlichkeit stehen. Es sollen somit alle Bereiche erörtert werden, die in einem Prominentenleben zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit einen Nährboden für et- waige Konflikte zwischen differierenden Grundrechten bilden. Fallgruppen, die einen Prominenten in gleicher Weise tangieren wie einen „Normal- Bürger“ und deshalb keinen Unterschied in der rechtlichen Behandlung oder theoreti- schen Einzelfallbetrachtung hervorrufen, werden ausgespart. „Soziale Identität“ meint zunächst den Bereich des Lebens, der die Selbstdarstel- lung eines jeden Einzelnen in der Öffentlichkeit betrifft. Diesen Bereich umschreibt das Bundesverfassungsgericht wie folgt: „Der Einzelne soll selbst darüber befinden dürfen, wie er...

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