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Wahrung der Intimität? Grenzen des Persönlichkeitsschutzes für Prominente

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Nina Fechner

Im Medienzeitalter zeigt die Öffentlichkeit ein gesteigertes Bedürfnis, an dem Leben prominenter Personen teilzunehmen. Privatheit und Intimität werden dem Informations- und Sensationsinteresse der breiten Öffentlichkeit geopfert. Aber müssen Prominente grenzen- und schutzlos Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hinnehmen? Das wechselseitige Spannungsverhältnis zwischen Mediengrundrechten und Persönlichkeitsrechten Prominenter erfordert eine neue Grenzziehung gegenüber dem standardmäßig gewährleisteten Persönlichkeitsschutz. Diese Arbeit unternimmt vor diesem Hintergrund den Versuch, neue Abwägungskriterien zum Ausgleich kollidierender Interessen zu finden.

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4.Teil: Grenzen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts für Prominente 166

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166 4. Teil: Grenzen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts für Prominente In diesem Teil sollen die oben entwickelten Abwägungsmuster zusammengeführt wer- den, um festzustellen, in welchem Umfang bei Prominenten von einer Wahrung der In- timität ausgegangen werden kann. Inwiefern können und müssen die Grenzen für Prominente denen anonymer Bürger gegenüber modifiziert und verschoben werden? Welche Rolle spielen dabei typische Fallgruppen, die lediglich das Leben einer Person in der Öffentlichkeit berühren? Oder ist es gar so, dass die Grenzen des Persönlichkeitsschutzes bei allen Bürgern gleich stark oder schwach ausgebildet sind und sein müssen? Hat Prominenz womög- lich im Verfassungsrecht keinen Sonderstatus, wie sie es in der Gesellschaft und in der Medienwelt zu haben scheint? 1. Kapitel: Grundschemata für die soziale Identität Prominenz bringt einen 24- Stunden- Job mit sich: Jeder Prominente muss 24 Stunden, 7 Tage die Woche, sich und sein Leben in der Öffentlichkeit darstellen. Man könnte meinen, dass Prominente ihr Leben schutzlos aufgeben, um das Leben in der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit führen zu können. Dem ist aber nicht so. Hinter jedem Prominenten steckt eine private Person, die den kleinen Bereich ihres Privatlebens für sich bewahren will. Der Bewahrung des Privatlebens steht das Interesse der Medienwelt entgegen, die ihre Quoten steigern und Sensationslust der Menschen befriedigen will. Der Konflikt zwischen Medien und Prominenten zwingt zu einer Einzelfallabwä- gung. Kommunikationsgrundrechte aus Art. 5 GG und Persönlichkeitsrechte Prominenter...

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