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Clemens August Graf von Galen

Ein politischer Prediger im Nationalsozialismus- Analysen der Predigten und Hirtenbriefe

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Marcin Golaszewski

Die Untersuchung unterzieht die Predigten und Hirtenbriefe Kardinal Clemens August Graf von Galens einer sprachlich-rhetorischen Analyse und beantwortet auf Grund dieser Analyse die Frage nach seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Kernpunkt der Arbeit ist nicht der biographische Blick auf die Persönlichkeit von Galens, sondern die Analyse seiner Texte. Auf diese Art werden neue Erkenntnisse über den Umgang eines Kirchenvertreters mit der nationalsozialistischen Diktatur gewonnen. Die Untersuchung gewinnt ihre Relevanz daraus, dass sie mit einer innovativen Forschungsmethode eine die Wissenschaft und Öffentlichkeit seit langem bewegende Frage beantwortet. Zwar ist das Forschungsfeld mit geschichtswissenschaftlichen Methoden unter zahlreichen Gesichtspunkten untersucht, doch stellt die Anwendung literaturwissenschaftlicher Methoden auf die Texte Galens einen Zugriff dar, der neue Erkenntnisse ermöglicht, dies auch durch die Konfrontation der Ergebnisse mit der Analyse einer der Adventspredigten Kardinal Michael von Faulhabers und zweier Reden des Schriftstellers Ernst Wiecherts.

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C. Analysen 113

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C. Analysen 5. Analysen der Predigten und Hirtenbriefe von Clemens August Graf von Galen Es gibt Zeiten, wo ich stumpf in Gedanken, so unberedt in Worten bin, dass ich besser schweige. Und dann gibt der liebe Gott mir mal von Zeit zu Zeit, wenn er es für nötig hält, Gedanken und Worte, die irgendwie nützen.1 Die Analyse von ausgewählten Predigten und Hirtenbriefen von Clemens Au- gust Graf von Galen hat zum Ziel, die Entwicklungstendenzen seines Sprach- gebrauchs, der eingesetzten Stilmittel, der von dem Bischof vertretenen Über- zeugungen und der angewandten Argumentationsweise, die sich in seinen Tex- ten widerspiegeln, zu veranschaulichen. Am Beispiel von fünf ausgewählten Predigten (darunter ein Hirtenbrief), der vom 26. März 1934, vom 9. Februar 1936 sowie der drei bekannten Predigten aus dem Jahre 1941 möchte ich den Werdegang eines oppositionellen Geistlichen zeigen, dessen Haltung dem Nati- onalsozialismus gegenüber in der „Euthanasie“-Predigt vom 3. August 1941 gip- felt. Daher kommt dieser eine zentrale Funktion in der Analyse zu und sie stellt den Bezugspunkt für alle anderen Texte dar. Anhand der Analyse der Predigt vom 3. August 1941, die als Höhepunkt von Galens Tätigkeit aus der NS-Zeit gilt, wird es möglich, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aller fünf Texte zu finden. Bei der Analyse geht es darum, die charakteristischen Merkmale des Stils von Galens anhand des Hirtenbriefes vom 26. März 1934 (dem ersten Text) und der Predigt vom 3. August 1941 (dem letz- ten...

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