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«Viel Köche versaltzen den Brey» und «Bey viel Hirten wird übel gehütet»

Diachrone Betrachtung der Variantenvielfalt phraseologischer Formen in Werken ab dem 16. Jahrhundert

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Martina Kessler

In verschiedenen Werken ab dem 16. Jahrhundert werden bei Sprachforschern von Jckelsamer bis Becker Beispielsammlungen phraseologischer Formen wie Sprichwörter, sprichwörtliche Redensarten, phraseologische Vergleiche, Zwillings- und Drillingsformeln etc. untersucht, um ihre diachrone Entwicklung zu erarbeiten. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf der Variantenvielfalt und ihren unterschiedlichen Formen. Die Untersuchung bezieht Aspekte wie unikale Komponenten, Alliteration, Reim, feste lexikalische Elemente und auch volkskundliche Elemente wie Brauchtum, Religion, Rechtsprechung etc. mit ein; auch fremdsprachliche Formen werden vergleichend analysiert und die Rolle der zunehmenden Verschriftlichung wird untersucht. Ziel ist die Erarbeitung und Darstellung der diachron durch Verfestigungsprozesse feststellbaren Variantenreduktion.

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Kapitel 2: Betrachtung phraseologischer Formen in der„echt-grammatischen“ Phase

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45 Kapitel 2: Betrachtung phraseologischer Formen in der „echt-grammatischen“ Phase Teilbereich Justus Georg Schottelius Allgemeine Erläuterungen Mit Justus Georg Schottelius steht ein Sprachforscher im Mittelpunkt der Untersu- chung, der innerhalb seines bedeutenden Hauptwerks Ausführliche Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache1 auch den deutschen Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten einen beträchtlichen Platz einräumt. Betrachtet man Situation und Stellung der deutschen Sprache zum damaligen Zeit- punkt, so wird deutlich, dass nicht die besten Voraussetzungen zur Sprachpflege gege- ben waren. Neben der Tatsache, dass kein Zentrum – sei es kultureller oder politischer Art – existierte, von welchem ein Uniformierungsprozess hätte ausgehen können, erschwerte auch das Fehlen einer deutschen Nationalliteratur Normierungsversuche. Es gab zwar eine bürgerliche Literatur, die jedoch auf Grund ihres wenig eloquenten Stils, ihrer Derbheit und Provinzialität nicht als Grundlage herangezogen werden konnte. Darüber hinaus war größtenteils noch immer das Lateinische die Sprache der Gelehrten, während sich der Adel weiterhin des Französischen bediente2. Die Entstehung von Sprachgesellschaften und die Rolle von Schottelius Als Konsequenz dieses erstarkten Interesses an Sprachpflege und Normierung ist die Gründung der Sprachgesellschaften anzusehen, denen neben diesen Zielen auch die Verfeinerung der Sitten und die Hebung des Nationalgefühls wichtige Anliegen wa- ren3. Nach dem Vorbild der italienischen Accademia della Crusca wurde so am 24. August 1617 als erste und wichtigste Sprachgesellschaft Deutschlands die Fruchtbrin- gende Gesellschaft – auf Grund des Palmbaums in ihrem Wappen auch Palmenorden genannt – in Weimar von Ludwig Fürst von Anhalt-Köthen und drei...

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