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«Viel Köche versaltzen den Brey» und «Bey viel Hirten wird übel gehütet»

Diachrone Betrachtung der Variantenvielfalt phraseologischer Formen in Werken ab dem 16. Jahrhundert

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Martina Kessler

In verschiedenen Werken ab dem 16. Jahrhundert werden bei Sprachforschern von Jckelsamer bis Becker Beispielsammlungen phraseologischer Formen wie Sprichwörter, sprichwörtliche Redensarten, phraseologische Vergleiche, Zwillings- und Drillingsformeln etc. untersucht, um ihre diachrone Entwicklung zu erarbeiten. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf der Variantenvielfalt und ihren unterschiedlichen Formen. Die Untersuchung bezieht Aspekte wie unikale Komponenten, Alliteration, Reim, feste lexikalische Elemente und auch volkskundliche Elemente wie Brauchtum, Religion, Rechtsprechung etc. mit ein; auch fremdsprachliche Formen werden vergleichend analysiert und die Rolle der zunehmenden Verschriftlichung wird untersucht. Ziel ist die Erarbeitung und Darstellung der diachron durch Verfestigungsprozesse feststellbaren Variantenreduktion.

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Kapitel 4: Systematische Betrachtung phraseologischer Formen

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Allgemeine Einleitung Im folgenden Kapitel stehen verschiedene Aspekte der Phraseologieforschung im Zentrum der Untersuchungen. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf jenen Aspekten, welche im Zusammenhang mit den bereits analysierten Sprachlehren des 16. bis 19. Jahrhunderts angesprochen werden. Um eine gewisse Strukturierung zu erhalten, wird das gesamte Kapitel in einen Bedeutungsbereich bzw. einen lexikalisch-syntaktischen Bereich gegliedert. Der Bedeutungsbereich umfasst thematische Aspekte wie Religion, Brauchtum, Berufe und kulturgeschichtliche Zusammenhänge, Wetter- und Bauernre- geln, Sagwörter bzw. Wellerismen und die in ihnen enthaltene Ironie; darüber hinaus werden Körperteil-Phraseologismen, unikale Komponenten etc. und auch die Mundar- ten im Hinblick auf Redensarten bzw. Sprichwörter näher betrachtet und erläutert. Ebenso wird auf spezielle Besonderheiten wie beispielsweise die Zahlensymbolik und Farben eingegangen; auch die komparativen Phraseologismen werden erläutert, da gerade bei diesen die unterschiedlichen Verwendungsweisen der Adjektive besonders deutlich werden und semantisch gesehen – auch für die Variantenvielfalt – von Bedeu- tung sind. Im syntaktischen Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Herausarbeitung struktureller Charakteristika, wobei hier unter anderem Zwillings- bzw. Drillingsformeln und Funk- tionsverbgefüge den Untersuchungsgegenstand bilden und auf die in ihnen auftreten- den typischen lexikalischen Elemente hin analysiert werden. Ein besonderes Augenmerk richtet sich in diesem Abschlusskapitel vor allem auf die „Verschiebung“ der sprichwörtlichen Redensarten, Sprichwörter etc. aus dem syntak- tisch-grammatischen Blickwinkel in den Blickwinkel der Bedeutung, welche darauf zurückgeführt werden kann, dass in den älteren Werken derartige phraseologische Erscheinungen zur Verdeutlichung syntaktischer Charakteristika herangezogen wer- den, während sich im Laufe der Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte...

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