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Die orthodoxen Kirchen in Geschichte und Gegenwart

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Hans-Dieter Döpmann

Mit dieser Gesamtdarstellung der Orthodoxie wird dem Leser die vielfältige Welt der orthodoxen Kirchen erschlossen. Den Ausgangspunkt bilden die Geschichte des Christentums im römisch-byzantinischen Reichsgebiet und die konfessionellen Abspaltungen. Dem historischen Rückblick folgt eine Übersicht über die Vielfalt der heutigen, über den gesamten Erdkreis verstreuten orthodoxen Kirchen. Der Leser wird mit der Struktur dieser Kirchen bekannt gemacht. Er erhält Auskunft über die unterschiedlichen Gottesdienste, Riten und ihren Symbolgehalt, über die Bedeutung und Funktion liturgischer Geräte, Gewänder und Gesänge, den gottesdienstlichen Raum, die Welt der Ikonen, das Sakramentsverständnis, Frömmigkeitsformen, diakonisches Wirken sowie über orthodoxes Mönchtum, einschließlich der Mönchsrepublik des Athos. Schließlich wird das heutige Engagement orthodoxer Kirchen in Staat und Gesellschaft behandelt.

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3. Die Struktur der orthodoxen Kirchen - 111

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111 3. Die Struktur der orthodoxen Kirchen 3.1. Die synodale Struktur Wohl gelten die in der ununterbrochenen apostolischen Nachfolge stehenden Bischöfe als Träger der kirchlichen Vollgewalt. Aber sie besitzen ihre Autorität nicht für sich, sondern nur eingebettet in die Ganzheit der Kirche, also in der Ein- heit mit dem übrigen Klerus und dem Kirchenvolk. Deshalb haben alle orthodoxen Kirchen eine synodale Struktur. Leitungsgre- mium jeder orthodoxen Kirche ist die Synode aller ihrer Hierarchen unter Vorsitz des jeweiligen Ersthierarchen. Dieser hat, obwohl die Ausstrahlungskraft seiner Persönlichkeit unterschiedlich sein kann, als primus inter pares keine größere Vollmacht als jeder andere Bischof. Da nicht immer alle Bischöfe zusammen- kommen können, führt ein verkleinertes Gremium die laufenden Amtsgeschäfte Dies ist im Statut jeder einzelnen Kirche geregelt. In der Russischen Orthodoxen Kirche ist es der Heilige Synod. Zu ihm gehören außer dem Patriarchen vier stän- dige Mitglieder sowie drei jeweils für ein halbes Jahr berufene Eparchialbischöfe. Als höchste Instanz tritt turnusmäßig oder bei wichtigen Anlässen, z.B. bei der Wahl eines neuen Ersthierarchen, das Landeskonzil zusammen, in dem außer dem Episkopat auch einige Geistliche und Laien aus jeder Eparchie die Ganzheit der Kirche repräsentieren. Daneben gibt es Tendenzen im Interesse einer reinen Bischofssynode. Entsprechendes gilt für die Gesamtorthodoxie. Hier betrachtet man als höchs- te Instanz das Ökumenische Konzil, auf dem alle Fragen des Glaubens, des Kultus und die wichtigsten disziplinarischen Bestimmungen von allen Kirchen...

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