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Paulinische Ökonomie

Der Effizienzbegriff in 1.Korinther 12 und seine Bedeutung für die Gemeindekonzeption

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Urs-Ullrich Muther

Der Effizienzgedanke ist mittlerweile auch in nicht-ökonomischen Kontexten in aller Munde. Von Seiten der Theologie wird er häufig kritisiert. Dabei wird allerdings immer ein bestimmtes einseitiges Verständnis von Effizienz zugrunde gelegt. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Arbeit, dass der Effizienzgedanke sich auch in anderer Weise verstehen lässt und sich zudem in Grundzügen in neutestamentlichen Texten wiederfindet. Dazu wird das Bild vom Leib Christi in 1. Kor 12 untersucht und aus dem Blickwinkel des Ökonomen analysiert. Die Ergebnisse dieser Betrachtung werden dann auf die Thematik von Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung angewandt. Daraus ergibt sich der Ansatz einer Fördernden Gemeinde, der in 10 Thesen dargestellt wird.

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2. Effizienz

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In der modernen Ökonomie stand der Effizienzgedanke lange Zeit im Mittel- punkt des wissenschaftlichen Interesses3. Für die neoklassische Tradition gilt er nach wie vor als „zentrale ökonomische Kategorie“4 und leitet ökonomisches Denken und Handeln in Theorie und Praxis. Andere vergleichsweise junge Strömungen innerhalb der Ökonomie, wie z.B. die Behavioral Economics oder auch die Evolutorische Ökonomik, stehen dem Effizienzdenken der Neoklassik und seinen Prämissen kritisch gegenüber und suchen nach alternativen Wegen, um zu einem neuen Paradigma zu gelangen. Zugleich findet sich der Effizienz- begriff zunehmend auch in der nicht-ökonomischen Literatur wieder, wo er in vielfacher Weise, häufig auch undifferenziert, verwendet wird5. Die Kritik, die im Laufe der Zeit gegen den neoklassischen Effizienzgedan- ken vorgebracht worden ist, ist breit gefächert6. Dabei existiert neben der bereits angedeuteten innerökonomischen Kritik auch Kritik aus anderen Fachrichtun- gen, insbesondere aus den Sozialwissenschaften. Im Lichte dieser Kritik ist das neoklassische Paradigma grundsätzlich und speziell auf seine Prämissen hin zu hinterfragen. Dazu ist es nötig, den Effizienzgedanken zunächst einmal in seiner neoklas- sischen Form darzustellen (2.1). Ihm sollen dann die wesentlichen Kritikpunkte gegenüber gestellt werden (2.2), um im Anschluss daran die Frage aufzuwerfen, welche Alternativen es zum klassischen Effizienzdenken derzeit gibt (2.3). Die- ses Gegenüber von neoklassischem Verständnis, Weiterentwicklungen und al- ternativen Ansätzen führt dann zu einer Standortbestimmung (2.4), die speziell auch der Frage nachgeht, was angesichts der Kritik vom Effizienzprinzip bleibt. Eine Zusammenfassung (2.5) rundet das Kapitel ab. 3...

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