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Paulinische Ökonomie

Der Effizienzbegriff in 1.Korinther 12 und seine Bedeutung für die Gemeindekonzeption

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Urs-Ullrich Muther

Der Effizienzgedanke ist mittlerweile auch in nicht-ökonomischen Kontexten in aller Munde. Von Seiten der Theologie wird er häufig kritisiert. Dabei wird allerdings immer ein bestimmtes einseitiges Verständnis von Effizienz zugrunde gelegt. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Arbeit, dass der Effizienzgedanke sich auch in anderer Weise verstehen lässt und sich zudem in Grundzügen in neutestamentlichen Texten wiederfindet. Dazu wird das Bild vom Leib Christi in 1. Kor 12 untersucht und aus dem Blickwinkel des Ökonomen analysiert. Die Ergebnisse dieser Betrachtung werden dann auf die Thematik von Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung angewandt. Daraus ergibt sich der Ansatz einer Fördernden Gemeinde, der in 10 Thesen dargestellt wird.

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3. Das Effizienzprinzip in den Paulusbriefen

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Die Rede und das Bild vom Leib Christi und seinen Gliedern aus 1.Kor 12621 ist ein wesentliches Element, wenn nicht sogar das Kernstück der paulinischen Ek- klesiologie. Liest man diesen Text aus der Sicht eines Ökonomen und mit der Kenntnis der in Kapitel 2.4 gemachten Ausführungen zum Grundmechanismus der Effizienz, so ergeben sich deutliche Parallelen: Die einzelnen Glieder am Leib Christi sollen ihre Gaben (Input) so einsetzen und in eine gegenseitige Be- ziehung setzen (Ressourcenkombination), dass der Leib Christi in optimaler Weise gefördert und erbaut wird (Output)622. Im Verlauf dieses Kapitels soll nicht nur der Text 1.Kor 12, sondern der ekklesiologische Ansatz des Paulus insgesamt daraufhin untersucht werden, ob solch ein Effizienzdenken darin enthalten ist, wie stark es ausgeprägt ist und welche Gestalt es dabei annimmt. Dazu ist es zunächst einmal notwendig, die Ekklesiologie des Paulus darzustellen (3.2), um dann, darauf aufbauend, die ver- schiedenen Elemente des Effizienzprinzips im Kontext der paulinischen Ekkle- siologie zu identifizieren und zu analysieren (3.3). Da die Ekklesiologie des Paulus – wie auch seine gesamte Theologie – zugleich in einer engen Verklammerung mit seiner Eschatologie zu verstehen ist, sind zuerst ein paar generelle Bemerkungen zur Eschatologie des Paulus von Nöten (3.1). Ausgehend davon kann dann die Ekklesiologie entfaltet werden. „Kirche ist die in der Endzeit gesammelte Menschheit aus Ju- den und Heiden, die durch die Taufe in den Leib Christi ein- gefügt worden ist“ (Fenske 2003, S.89) 3.1 Die eschatologische Klammer paulinischer Theologie 3.1.1 Vorbemerkungen Will man von der...

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