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Paulinische Ökonomie

Der Effizienzbegriff in 1.Korinther 12 und seine Bedeutung für die Gemeindekonzeption

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Urs-Ullrich Muther

Der Effizienzgedanke ist mittlerweile auch in nicht-ökonomischen Kontexten in aller Munde. Von Seiten der Theologie wird er häufig kritisiert. Dabei wird allerdings immer ein bestimmtes einseitiges Verständnis von Effizienz zugrunde gelegt. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Arbeit, dass der Effizienzgedanke sich auch in anderer Weise verstehen lässt und sich zudem in Grundzügen in neutestamentlichen Texten wiederfindet. Dazu wird das Bild vom Leib Christi in 1. Kor 12 untersucht und aus dem Blickwinkel des Ökonomen analysiert. Die Ergebnisse dieser Betrachtung werden dann auf die Thematik von Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung angewandt. Daraus ergibt sich der Ansatz einer Fördernden Gemeinde, der in 10 Thesen dargestellt wird.

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5. Vergleich der Effizienzkonzepte

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Die vorangehenden Untersuchungen haben gezeigt, dass eine bestimmte Form des Effizienzprinzips den Menschen zur Zeit des Neuen Testaments bekannt war. Paulus und andere neutestamentliche Autoren verwendeten es bewusst in nicht-ökonomischen Zusammenhängen, um ihre theologischen Aussagen zu un- terstreichen und zu verdeutlichen. Es ging ihnen nicht darum, ökonomische Aussagen zu tätigen. Aus diesem Grund ist es nötig, das „biblische“ Effizienz- denken immer im Kontext der jeweiligen biblischen Aussagen und Konzepte wie beispielsweise der paulinischen Ekklesiologie zu betrachten und es nicht daraus loszulösen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die Bindung an elemen- tare theologische Aussagen und Positionen verloren geht und vorhandene Trenn- linien in nicht zulässiger Art und Weise verwischen. Paulinische Effizienz ist nicht einfach mit ökonomischer Effizienz, wie sie in Abschnitt 2.4. vor- und dargestellt worden ist, und schon gar nicht mit dem neoklassischen Effizienz- begriff gleichzusetzen. Vielmehr weist sie ihre eigenen spezifischen Charakte- ristika auf, die sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zum ökonomi- schen Effizienzbegriff beinhalten. Diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede gilt es in der Folge herauszuar- beiten und zu benennen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die unter- schiedlichen (Effizienz-) Konzepte jeweils in einem bestimmten historischen, kulturellen und sozialen Kontext stehen. Auf dieser Ebene können die Ansätze nicht sinnvoll miteinander verglichen und schon gar nicht aufeinander übertra- gen werden. Deshalb müssen wir uns in der Folge auf konkrete Mechanismen und Grundprinzipien beschränken und diese so gut wie möglich aus dem spezi- fischen Kontext lösen bzw. die Unterschiedlichkeit der...

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