Show Less

Paulinische Ökonomie

Der Effizienzbegriff in 1.Korinther 12 und seine Bedeutung für die Gemeindekonzeption

Series:

Urs-Ullrich Muther

Der Effizienzgedanke ist mittlerweile auch in nicht-ökonomischen Kontexten in aller Munde. Von Seiten der Theologie wird er häufig kritisiert. Dabei wird allerdings immer ein bestimmtes einseitiges Verständnis von Effizienz zugrunde gelegt. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Arbeit, dass der Effizienzgedanke sich auch in anderer Weise verstehen lässt und sich zudem in Grundzügen in neutestamentlichen Texten wiederfindet. Dazu wird das Bild vom Leib Christi in 1. Kor 12 untersucht und aus dem Blickwinkel des Ökonomen analysiert. Die Ergebnisse dieser Betrachtung werden dann auf die Thematik von Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung angewandt. Daraus ergibt sich der Ansatz einer Fördernden Gemeinde, der in 10 Thesen dargestellt wird.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

6. Folgerungen für die Konzeption von Gemeinde und den Dialog zwischen Kirche und Wirtschaft

Extract

Die vorangehenden Ausführungen haben deutlich gemacht, dass der Effizienz- gedanke, wie er in Kapitel 2.4 beschrieben worden ist, viele Gemeinsamkeiten mit dem Effizienzverständnis aufweist, das im Kontext der paulinischen Ekkle- siologie auszumachen war. Ἐκκλησία als Leib Christi ist für Paulus nicht nur Sammlung der in Christus Lebenden, sondern zugleich auch der Ort, wo die den Glaubenden von Gott geschenkten Gaben miteinander und zueinander in ein Verhältnis gesetzt und so kombiniert werden sollen, dass ein effizienter Einsatz der Gaben möglich wird. Ziel ist dabei die οἰκοδομή der Gemeinde und durch sie letztlich auch die Wirkung des Evangeliums in der und auf die Welt. In die- sem Sinne ist die paulinische Gemeinde als Leib Christi zugleich eine effiziente Gemeinde, wobei natürlich immer die Spezifika des paulinischen Effizienzver- ständnisses1928 mit berücksichtigt werden müssen. Ausgehend davon soll in diesem abschließenden Kapitel nach den Konse- quenzen und Implikationen gefragt werden, die sich aus der paulinischen Ekkle- siologie unter Einbeziehung des Effizienzgedankens zum einen für das Verhält- nis von Kirche und Wirtschaft sowie für den Dialog von Theologie und ökono- mischer Wissenschaft (6.1) und zum anderen für die Konzeption einer „effizien- ten“ Gemeinde (6.2) ergeben. Gerade mit dem zweitgenannten Aspekt begeben wir uns in eine Diskussion um Gemeindeaufbau, Gemeindeerneuerung und Ge- meindeentwicklung, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit viel Energie, Enthusiasmus und Idealismus geführt worden ist. Ansätze von charismatischer, missionarischer, wachsender oder auch diakonischer Gemeinde stehen hier so- wohl dem Modell...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.