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Systemisches E-Learning

Ein theoretisches Modell für die Gestaltung offener Wissenssysteme

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Peter Glanninger

E-Learning wird meist in pädagogischen Zusammenhängen beschrieben. Bei einer solchen Sichtweise werden aber viele Bereiche ausgeblendet, die für ein umfassendes Verständnis von E-Learning von Bedeutung sind. In dieser Arbeit wird eine neue kommunikationswissenschaftliche Perspektive erarbeitet, die sich an einer systemischen Interpretation orientiert. Auf Basis einer systemtheoretischen Analyse wird ein Modell entwickelt, in dem E-Learning nicht mehr als eine Lehr-Lernmethode, sondern als soziales System und als ein Wissenssystem beschrieben wird. Die Funktionen, Prozesse und Strukturen, die E-Learning zugrunde liegen, werden dabei auf einer allgemeinen Ebene beschrieben. Somit kann das Modell in der Praxis auf die unterschiedlichsten E-Learning-Aktivitäten angewendet werden.

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5 E-Learning als System 93

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5 E-Learning als System 5.1 Soziales System und Erziehungssystem Die Annahme, E-Learning sei ein System, macht vielfältige Unter- scheidungen notwendig und wirft eine Reihe von Fragen auf: Um wel- ches System handelt es sich? Welche Teile konstituieren dieses System und wie sind sie miteinander verbunden? Was wird davon erfasst und was nicht – also wo sind die Grenzen des Systems? Wie ist es nach in- nen differenziert und welche Teilsysteme entwickeln sich daraus? Wie sehen die Relationen des Systems zu seinen Teilsystemen aus, wie die zu seiner Umwelt usw.? Fragen also, auf die sich in der Literatur auch dort, wo der Terminus "E-Learning-System" benutzt wird, keine oder nur unzureichende Antworten finden. Für die Beantwortung dieser Fragen soll in einer ersten Annäherung – wie in der Einleitung bereits ausgeführt – Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme als Orientie- rungsrahmen dienen. Luhmann (1987, 30) geht zunächst von der grundsätzlichen Annah- me aus, dass es Systeme gibt, ohne dies weiter zu begründen. Diese Annahme sei zwar "nicht zwingend, aber sinnvoll" als Arbeitshypothese, wie Willke (2000, 157) betont. Weiters unterscheidet Luhmann (1987, 16) ganz allgemein als Systeme: Maschinen, Organismen, psychische Systeme und soziale Systeme. Soziale Systeme konstituieren sich dabei durch jeden sozialen Kontakt, bis hin zur Gesellschaft als Gesamtheit aller möglichen Kontakte (Luhmann 1987, 33); oder anders formuliert: "Von sozialen Systemen kann man immer dann sprechen, wenn Handlungen mehrerer Personen sinnhaft aufeinander bezogen wer- den und dadurch in ihrem Zusammenhang abgrenzbar sind von ei- ner nicht dazugehörigen Umwelt." (Luhmann...

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