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Der «caso Parmalat» in der Berichterstattung italienischer Print- und Rundfunkmedien

Eine Studie zur sprachlichen Markierung von Corporate Identity, lokaler und nationaler Identität

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Andreas Bschleipfer

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Freunde der Universität Augsburg 2009.
Parmalat gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigen Symbolen für die Wirtschaftsentwicklung Italiens und der Region Parma. Eine tiefgreifende Finanzkrise des Unternehmens 2003/2004 stellte das Identitätssymbol grundlegend in Frage. Die vergleichende Untersuchung der medialen Behandlung der Krise bildet das Rahmenthema dieses Buches. Es widmet sich der Konstitution von kollektiven Identitäten, den Ritualen und Symbolen nationaler und lokaler Identifikation sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen. Die Fallstudie leistet einen sprach- und medienwissenschaftlichen Beitrag zur Theoriediskussion in der Identitätsforschung und geht folgenden Fragen nach: Wie beeinflussen Medien die Bedingungen von Identitätskonstruktionen? Inwieweit sind Unternehmen ambivalente Identitätssymbole, zumal wenn die Corporate Identity krisenhaften Einflüssen unterliegt? Wie werden Identitätsdiskurse konkret versprachlicht und medialisiert?

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3.2. Zwischen Innovation, Expansion und Verschuldung: Die Parmalat Finanziaria SpA 196

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196 3. Unternehmensgeschichte des Lebensmittelkonzerns Parmalat 3.2. Zwischen Innovation, Expansion und Verschuldung: Die Parmalat Finanziaria SpA Trotz der ernsten Finanzsituation im Jahr 1989 schlägt der Firmengründer Calisto Tanzi ein bestehendes Übernahmeangebot der amerikanischen Kraft Foods aus. Er beschließt stattdessen, die bestehenden Finanzprobleme dadurch zu lösen, die Parmalat SpA an die Börse zu bringen und dem Unternehmen dadurch neues Kapi- tal zuzuführen. Mit dem Börsengang sind zwei Kapitalerhöhungen in Höhe von ins- gesamt 700 Milliarden Lire verbunden. Dieses Vorgehen führt nach Abschluss des Börsengangs im Jahr 1990 zu folgender Situation: Eine Holding der Familie Tanzi (La Coloniale) verfügt über einen Anteil von 51 Prozent an einem anderen – bereits börsennotierten – Unternehmen (Fcn Finanziaria Centro Nord, später umbenannt in Parmalat Finanziaria SpA), das seinerseits einen Mehrheitsanteil der Parmalat SpA hält. Wenngleich dadurch nicht das Kernunternehmen Parmalat SpA selbst, sondern allein die Parmalat Finanziaria SpA börsennotiert ist, wird der Familienkonzern so de facto an die Börse gebracht. Die Parmalat Finanziaria SpA freilich fungiert le- diglich als Anteilseignerin der Parmalat SpA, vollzieht darüber hinaus jedoch kei- nerlei Geschäftstätigkeiten, etwa industrieller Art. La Coloniale (Holding der Familie Tanzi) 51 % Fcn SpA (börsennotiert) Umbenennung in Parmalat Finanziaria SpA 55,4 % Parmalat SpA (nicht börsennotiert) Fig. 19: Börsengang des Parmalat-Konzerns Ein wesentlicher Anteil der in den folgenden Jahren vollzogenen, mutmaßlich ge- setzeswidrigen Finanzaktivitäten konnte unter anderem aufgrund dieser Organisati- onsstruktur unbemerkt...

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