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Der «caso Parmalat» in der Berichterstattung italienischer Print- und Rundfunkmedien

Eine Studie zur sprachlichen Markierung von Corporate Identity, lokaler und nationaler Identität

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Andreas Bschleipfer

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Freunde der Universität Augsburg 2009.
Parmalat gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigen Symbolen für die Wirtschaftsentwicklung Italiens und der Region Parma. Eine tiefgreifende Finanzkrise des Unternehmens 2003/2004 stellte das Identitätssymbol grundlegend in Frage. Die vergleichende Untersuchung der medialen Behandlung der Krise bildet das Rahmenthema dieses Buches. Es widmet sich der Konstitution von kollektiven Identitäten, den Ritualen und Symbolen nationaler und lokaler Identifikation sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen. Die Fallstudie leistet einen sprach- und medienwissenschaftlichen Beitrag zur Theoriediskussion in der Identitätsforschung und geht folgenden Fragen nach: Wie beeinflussen Medien die Bedingungen von Identitätskonstruktionen? Inwieweit sind Unternehmen ambivalente Identitätssymbole, zumal wenn die Corporate Identity krisenhaften Einflüssen unterliegt? Wie werden Identitätsdiskurse konkret versprachlicht und medialisiert?

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3.4. Der Bilanzskandal: Insolvenz und Imageschaden 204

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204 3. Unternehmensgeschichte des Lebensmittelkonzerns Parmalat 3.4. Der Bilanzskandal: Insolvenz und Imageschaden Im Winter 2003 kommt es zu mehreren Kreditausfällen der Parmalat-Gruppe. So kann Anfang Dezember eine fällige Rückzahlung in Höhe von 150 Millionen Euro von dem Konzern, der in der offiziellen Vierteljahresbilanz vom Juni 2003 einen Vermögenswert in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar (cf. Franzini 2004: 153) auf- weist, nicht geleistet werden. Auch durch den Rücktritt des Finanzdirektors kann nicht mehr verhindert werden, dass auf die Nachricht des Kreditausfalls hin der Kurs der Parmalat-Aktie an der Börse steil abfällt und die Aktie vorübergehend vom Handel ausgesetzt wird. Am 9. Dezember ist die Parmalat-Krise erstmals die Topmeldung der natio- nalen Presse. Diese berichtet ausführlich über das Offshore-Firmennetz des Kon- zerns und vermutet eine unmittelbar bevorstehende Insolvenz. Eine der renommier- testen internationalen Ratingagenturen, Standard and Poor's, stuft die Parmalat- Aktie auf den Status von junk bonds herab. Die nationale Börsenaufsicht Consob bestellt den Konzernchef Tanzi zu einer Krisensitzung. Nach Wiederaufnahme in den Handel erfährt das Wertpapier erneut einen drastischen Kurseinbruch. Knapp 50 Prozent der Parmalat-Aktien, also praktisch alle außer den im Besitz der Familie Tanzi befindlichen Aktien, werden von ihren Inhabern verkauft. "È il più forte ribasso nella storia di Piazza Affari per un titolo del Mib30" (Franzini 2004: 195). Am 13. Dezember bestimmt die Europäische Union die Stadt Parma zum Sitz der EFSA, der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (l'authority europea per la sicurezza...

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