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Der «caso Parmalat» in der Berichterstattung italienischer Print- und Rundfunkmedien

Eine Studie zur sprachlichen Markierung von Corporate Identity, lokaler und nationaler Identität

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Andreas Bschleipfer

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Freunde der Universität Augsburg 2009.
Parmalat gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigen Symbolen für die Wirtschaftsentwicklung Italiens und der Region Parma. Eine tiefgreifende Finanzkrise des Unternehmens 2003/2004 stellte das Identitätssymbol grundlegend in Frage. Die vergleichende Untersuchung der medialen Behandlung der Krise bildet das Rahmenthema dieses Buches. Es widmet sich der Konstitution von kollektiven Identitäten, den Ritualen und Symbolen nationaler und lokaler Identifikation sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen. Die Fallstudie leistet einen sprach- und medienwissenschaftlichen Beitrag zur Theoriediskussion in der Identitätsforschung und geht folgenden Fragen nach: Wie beeinflussen Medien die Bedingungen von Identitätskonstruktionen? Inwieweit sind Unternehmen ambivalente Identitätssymbole, zumal wenn die Corporate Identity krisenhaften Einflüssen unterliegt? Wie werden Identitätsdiskurse konkret versprachlicht und medialisiert?

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4.1.2. Untersuchungszeitraum 213

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4.1. Präsentation des Korpus 213 Wirtschaft und Aktuelles der lokalen Tageszeitung Gazzetta di Parma sowie der Wirtschaftsattaché der Bundesrepublik Deutschland in Mailand. Im Einverständnis mit den Gesprächspartnern wurden die Interviews auf Tonband aufgenommen so- wie anschließend vollständig transliteriert. Abschließend wurden die Interviews den Gesprächspartnern jeweils zur Korrektur und Autorisierung vorgelegt. 4.1.2. Untersuchungszeitraum Aufgrund der im Zuge der Krise über mehrere Monate hinweg anhaltend intensiven Berichterstattung wurde es zur Durchführbarkeit der Studie notwendig, den Unter- suchungszeitraum auf zehn Wochen (Berichterstattung vom 01.12.2003 bis 15.02.2004) einzugrenzen. Dieser Zeitraum stellt die Phase des größten Medienin- teresses für die Ereignisse im Fall Parmalat dar (Bekanntwerden der Finanzkrise und der Betrugsmechanismen, Beginn erster Ermittlungen der Staatsanwaltschaft). Zwar blieb das Thema lange über den gewählten Untersuchungszeitraum hinweg in allen Mediengattungen (insbesondere den Printmedien) präsent, doch nahmen Häu- figkeit und Umfang der Berichterstattung zum Fall Parmalat deutlich ab, zumal sowohl die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen als auch die Restruktuierung des Konzerns zunehmend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden; diese späte- ren Ereignisse waren mit geringerem Nachrichtenwert besetzt und gaben in weit geringerem Ausmaß als zu Beginn der Krise Anlass zur Berichterstattung. Um diese zweite Phase der Berichterstattung dennoch zumindest teilweise in das Korpus auf- zunehmen, wurden für den weiteren Jahresverlauf (2004) Textauswahlen durch Stichproben vorgenommen. Mit der Wahl des genannten Untersuchungszeitraums wird somit ein zeitlicher Abschnitt der Medienberichterstattung herausgegriffen, in dessen Verlauf sowohl für die corporate identity des Unternehmens Parmalat als auch für...

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