Show Less

Die mitbestimmte monistische SE deutschen Rechts

Eine Untersuchung der Kompatibilität der deutschen Mitbestimmung und der monistischen Führungsorganisation am Beispiel der Europäischen Aktiengesellschaft (SE)

Series:

Katrin Kepper

Die Europäische Aktiengesellschaft (SE) stellt den deutschen Gesetzgeber vor große Herausforderungen. Die neue Gesellschaftsform eröffnet deutschen Unternehmen die Wahl des international vorherrschenden Verwaltungsratssystems, in dem Geschäftsführung und Kontrolle bei einem einheitlichen Organ liegen. Das für die SE geltende Mitbestimmungsniveau orientiert sich an den nationalen Standards. Für Deutschland gilt die quasi-paritätische Mitbestimmung nach dem Mitbestimmungsgesetz 1976 und damit ein europaweit einzigartiges Beteiligungsniveau. Weiterhin ist die deutsche Mitbestimmung für das zweistufige Aufsichtsratssystem konzipiert. Die Arbeit untersucht die Überführung der deutschen Mitbestimmung in den Verwaltungsrat der SE. Dabei werden Vorschläge für eine sachgerechte und den Erfordernissen einer guten Corporate Governance gerechten Gestaltung der Mitbestimmung im Verwaltungsrat unterbreitet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 2 Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer imAufsichtsrat der Aktiengesellschaft

Extract

9 Teil 2 Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft Ausgangspunkt der Arbeit ist die Darstellung des deutschen Aufsichtsratssys- tems mit seiner Besonderheit der Mitbestimmung. In einem ersten Schritt wer- den die Grundstrukturen der Führungsorganisation der deutschen Aktiengesell- schaft behandelt, und es wird ein Überblick über das Nebeneinander und Zu- sammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat gegeben (Teil 2 A). Es folgt eine Darstellung der vier traditionellen deutschen Mitbestimmungsgesetze, wobei die wesentlichen Strukturelemente der einzelnen Regime herausgefiltert werden (Teil 2 B). Im Anschluss an die Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingun- gen des mitbestimmten Aufsichtsrats richtet sich der Blick auf die Erkenntnisse der Corporate Governance Debatte über die Auswirkungen der Mitbestimmung auf die Unternehmensführung in den großen Aktiengesellschaften (Teil 2 C). Der folgende Abschnitt der Untersuchung soll nur ein Verständnis für die Grundzüge der deutschen Mitbestimmung verschaffen, während die Details erst im weiteren Verlauf der Arbeit zur Sprache kommen werden. A. Das dualistische System der deutschen Aktiengesellschaft I. Die Konzeption des Aktiengesetzes Die Führungsstruktur der großen Kapitalgesellschaften variiert in den national- staatlichen Rechtsordnungen erheblich. Eine Systematisierung erfolgt anhand der Verteilung der Aufgabenbereiche der Unternehmensführung und - überwachung. Entscheidend ist die Art und Zahl der zwingenden Gesellschafts- organe und ihre Kompetenzausstattung.17 Im einstufigen Modell liegen beide Funktionen in den Händen eines einheitlichen Organs. Insbesondere das Verei- nigte Königreich, die USA, die Schweiz, Luxemburg, Schweden, Italien, Belgi- en sowie Spanien sind von diesem so genannten „monistischen System“ oder auch „Board-System“ oder „Verwaltungsratssystem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.