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Chick Lit

Genrekonstituierende Untersuchungen unter anglo-amerikanischem Einfluss

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Annette Peitz

Chick Lit, Unterhaltungsliteratur von, über und für Frauen, ist ein Phänomen, das nicht nur Verlagen unerhörte Gewinne einbringt und sich spätestens seit dem Erfolg von Bridget Jones und Sex and the City einen festen Platz innerhalb der Popliteratur gesichert hat. Wie diese aktuelle Form von Frauenunterhaltungsliteratur funktioniert, welche Formen sie annimmt und welche Strategien sie verfolgt, wird in dieser Untersuchung geklärt. Dabei werden inhaltliche, formale und pragmatische Kriterien beachtet und alle medialen Darstellungsformen von Chick Lit analysiert. Inwiefern deutsche Autorinnen sich an den englischsprachigen Urmüttern des Genres orientieren und bedienen, zeigen die ausführlichen Einzelanalysen auf. Zielsetzung ist es, an Hand von ausgewählten deutsch- und englischsprachigen Texten eine möglichst allgemeingültige Beschreibung und Konfiguration des neu entstandenen Genres Chick Lit zu erstellen: Wie lautet die Formel, nach der erfolgreiche Chick Lit-Texte verfasst werden können? Darüber hinaus sollen die untersuchten Romane Auskunft über soziokulturelle Tendenzen in der postmodernen Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf den postfeministischen Diskurs geben.

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1 Einleitung 13

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13 1 Einleitung „It’s almost more like a mindset than a literary subgenre.“1 1.1 Von „frechen Frauen“ und „coolen Chicks“ – Einführung in das Thema In den letzten zehn Jahren hat sich auf dem internationalen Buchmarkt eine Sparte der Unterhaltungsliteratur besonders gut verkauft: Romane, die sich an ein junges, weibliches2 Publikum richten und amüsante All- tagsgeschichten wiedergeben, die in einem betont humorvollen Ton er- zählt werden. Ein weiteres Kennzeichen haben diese Texte gemein; sie sind ausschließlich von Frauen verfasst und können an ihren bunten, mit Stilettos, Martinigläsern oder Handtaschen versehenen Covers auf den ersten Blick leicht als das identifiziert werden, was sie sind – Unterhal- tungsliteratur für Frauen. Ein großer Teil der Titel stammt aus dem englischsprachigen Ausland, wo diese Literaturform bereits als eigenes Genre anerkannt und als Chick Lit (CL) bezeichnet wird. Doch das sogenannte Phänomen CL, das den Verlagen unerhörte Gewinne bringt - allein 2002 haben CL- Romane in den USA einen Gewinn von 71 Millionen Dollar erbracht3 - beschränkt sich nicht nur auf den Buchmarkt. Vielmehr handelt es sich dabei um eine populärkulturelle Erscheinung, die sich ebenfalls in Zeit- schriften, TV-Serien, Kinofilmen und dem Internet widerspiegelt. Diese Multimedialität ist auch in Bezug auf einzelne Texte zu finden: So sind 1 Alison Ward, “Chick Lit Inc.”. In: BookBitch, 28. Juli 2003. Tatsächlich muss man Chick Lit heute nicht als einzelne Literatursparte betrachten sondern als Teil eines komplexen populärkulturellen Bereichs, der sich explizit an junge...

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