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Chick Lit

Genrekonstituierende Untersuchungen unter anglo-amerikanischem Einfluss

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Annette Peitz

Chick Lit, Unterhaltungsliteratur von, über und für Frauen, ist ein Phänomen, das nicht nur Verlagen unerhörte Gewinne einbringt und sich spätestens seit dem Erfolg von Bridget Jones und Sex and the City einen festen Platz innerhalb der Popliteratur gesichert hat. Wie diese aktuelle Form von Frauenunterhaltungsliteratur funktioniert, welche Formen sie annimmt und welche Strategien sie verfolgt, wird in dieser Untersuchung geklärt. Dabei werden inhaltliche, formale und pragmatische Kriterien beachtet und alle medialen Darstellungsformen von Chick Lit analysiert. Inwiefern deutsche Autorinnen sich an den englischsprachigen Urmüttern des Genres orientieren und bedienen, zeigen die ausführlichen Einzelanalysen auf. Zielsetzung ist es, an Hand von ausgewählten deutsch- und englischsprachigen Texten eine möglichst allgemeingültige Beschreibung und Konfiguration des neu entstandenen Genres Chick Lit zu erstellen: Wie lautet die Formel, nach der erfolgreiche Chick Lit-Texte verfasst werden können? Darüber hinaus sollen die untersuchten Romane Auskunft über soziokulturelle Tendenzen in der postmodernen Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf den postfeministischen Diskurs geben.

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8 Conclusio 249

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249 8 Conclusio Ziel der Arbeit war es, die Formel des Genres CL zu bestimmen und eine umfassende Genrekonfiguration zu erstellen. Genre wird hier, wie von Palmer definiert als “not a precisely ordered group of texts, but an ap- proximation, a horizon of expectations for the readership, a series of im- precise ‘echoes’ between texts in one regime among others of the organ- ization of intertextuality and in no way privileged above others”735 vers- tanden. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass es sich beim Unter-suchungs- gegenstand um ein eigenes Genre CL736 handelt, das zwar in Anlehnung und Abgrenzung verschiedener etablierter Populärgenres, darunter vor allem Romance, entstanden, aber durch bestimmte Parameter einzu- grenzen ist. Zu diesen zählt zunächst vor allem die Zielgruppe der weib- lichen, großstädtischen Singles zwischen Mitte 20 und Mitte 30, zu der sowohl Leserinnen, Autorinnen und Protagonistinnen gehören. Erzählt werden Alltagsprobleme dieser Frauen, darunter die Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben sowie die Suche nach dem perfekten Mann, dem sogenannten Mr. Right. CL arbeitet mit typischen Tropen und Motiven, die innerhalb der verschiedenen Texte ständig wiederholt werden, darun- 735 Palmer, S. 121 – 122. 736 Smyczyńska geht mit dem Genre-Begriff CL sehr kritisch um: „Chicklit could in fact be referred to more accurately as an event, a discoursive strand, syndrome, or convention, which has emerged within a heterogeneous body of texts, not delimited by any clear boundaries, yet homogenized by means of the presence of certain regularities which have been...

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