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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

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Leonie Holthaus

Der Golf-Kooperationsrat stellt die wohl erfolgreichste (sub-)regionale Organisation arabischer Staaten dar. Entgegen neorealistischen Erklärungsversuchen wird seine Entstehung in dieser Studie unter Hinzuziehung sozialkonstruktivistischer Erkenntnisse auf die Bedrohungsperzeption der verbleibenden monarchischen Regime aufgrund der iranischen Revolution zurückgeführt. Darüber hinaus werden die institutionellen Strukturen des Golf-Kooperationsrates sowie die initiierte Wirtschafts- und Sicherheitskooperation unter Berücksichtigung eines Zuwachses an Legitimierungsressourcen für die partizipierenden Regime analysiert. Bei der Betrachtung dieser (sub-)regionalen Dynamiken wie auch bei der Evaluation der interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wird dem Phänomen der Regimelegitimität über die interne Dimension in nationalen Kontext eine externe Dimension auf internationaler Ebene eingeräumt.

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Vorwort

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Der 1981 in Abu Dhabi durch Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Ver- einigten Arabischen Emirate und Oman gegründete Kooperationsrat der arabi- schen Staaten des Golfs ist von großer geopolitischer Bedeutung. In der Region des Arabischen Golfes entwickelt sich eine arabische Variante supranationaler Staatlichkeit, die über die schon beschlossene Vollunion hinaus eine gemeinsa- me Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Einführung einer gemeinsamen Währung vorsieht. Frau Holthaus untersucht in der vorliegenden Schrift die politische Struktur des Golf-Kooperationsrates (GKR), die Verhandlungsprozes- se, die in seinen institutionellen Settings ablaufen und die Politikfelder, in denen der Kooperationsrat tätig wird. Allein schon auf der deskriptiven Ebene stellt ihre Studie eine Bereicherung des hierzulande vorliegenden politikwissenschaft- lichen Wissens über die Governance-Struktur der Golfregion dar. Ihre Arbeit liest sich als informationsreiche Abhandlung über die Struktur von Intergouvermentalität und Supranationalität am Arabischen Golf. Darüber hinaus fokussiert Frau Holthaus ihre Analyse der transnationalen politischen Struktur am Golf mit einer hochinteressanten Hypothese zur Entstehung subre- gionaler Kooperationen in dieser Region. Danach reagierten die im GKR zu- sammengeschlossenen Regierungen auf eine Bedrohung ihrer spezifischen mo- narchischen Herrschaftsform. Der Autorin gelingt es in einem genauen deu- tenden Vorgehen, die Verbindung zwischen Regimelegitimität und Supranatio- nalität herauszuarbeiten. Sie stellt fest, dass die subregionale Integration eben nicht nur funktionalen Argumenten der Effektivierung des Regierungshandelns und der Erreichung bestimmter Good-Governance-Ziele geschuldet ist. Viel- mehr entstand der GKR aufgrund einer Bedrohungsperzeption der Golf-Emirate. Dass Frau Holthaus diese spezifische Bedrohungslage eines spezifischen – selbst in der arabischen Welt...

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