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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

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Leonie Holthaus

Der Golf-Kooperationsrat stellt die wohl erfolgreichste (sub-)regionale Organisation arabischer Staaten dar. Entgegen neorealistischen Erklärungsversuchen wird seine Entstehung in dieser Studie unter Hinzuziehung sozialkonstruktivistischer Erkenntnisse auf die Bedrohungsperzeption der verbleibenden monarchischen Regime aufgrund der iranischen Revolution zurückgeführt. Darüber hinaus werden die institutionellen Strukturen des Golf-Kooperationsrates sowie die initiierte Wirtschafts- und Sicherheitskooperation unter Berücksichtigung eines Zuwachses an Legitimierungsressourcen für die partizipierenden Regime analysiert. Bei der Betrachtung dieser (sub-)regionalen Dynamiken wie auch bei der Evaluation der interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wird dem Phänomen der Regimelegitimität über die interne Dimension in nationalen Kontext eine externe Dimension auf internationaler Ebene eingeräumt.

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1. Einleitung

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The GCC1 should be understood […] as a source of collective legitimisation for the tradi- tional monarchies of the Gulf (Bellamy, 2004: 122). Der Golf-Kooperationsrat (GKR) wurde 1981 von den sechs arabischen Golf- monarchien2 Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)3 gegründet. Ähnlich wie im Falle des Verbands der Südostasiatischen Nationen (Association of Southeast Asian Nations (ASEAN)) fällt die Errichtung der (sub-)regionalen4 Organisation in einen Zeitraum, in dem die Legitimität der herrschenden Regime in Frage gestellt wird (vgl. Acharya, 1992: 146). Die anti-monarchische Rhetorik des Khomeini-Regimes im Iran nach 1979 wird häufig als Motivation aufgeführt, die zu dem Zusammenschluss der verbleibenden Golfmonarchien führte. Über den Zusammenhang zwischen der Bedrohung der Regimelegitimität und der Gründung des GKR hinausgehend postuliert Alex Bellamy, dass die Legitimität der monarchischen Regime auf der nationalen, regionalen und inter- nationalen Ebene durch die (sub-)regionale Organisation gewonnen hat (vgl. 1 Die Abkürzung des englischen Titels des Golf-Kooperationsrates (Gulf Cooperation Council) lautet GCC. 2 Die Golfmonarchien werden üblicherweise, wie auch in dieser Arbeit, als ein Subtyp autoritärer Herrschaft klassifiziert. Juan Linz grenzt sie wohlbemerkt aus seiner Defini- tion autoritärer Systeme aus. Vgl. Crystal, Jill: Authoritarianism and Its Adversaries in the Arab World. S. 280; Lucas, Russel E.: Monarchical Authoritarianism: Survival and Political Liberalization in a Middle Eastern Regime Typ. S. 108; Hadenius, Axel/Teorell, Jan: Pathways from Authoritarianism. S. 146; Köllner, Patrick: Autoritäre Regime – Ein Überblick über die j...

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