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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

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Leonie Holthaus

Der Golf-Kooperationsrat stellt die wohl erfolgreichste (sub-)regionale Organisation arabischer Staaten dar. Entgegen neorealistischen Erklärungsversuchen wird seine Entstehung in dieser Studie unter Hinzuziehung sozialkonstruktivistischer Erkenntnisse auf die Bedrohungsperzeption der verbleibenden monarchischen Regime aufgrund der iranischen Revolution zurückgeführt. Darüber hinaus werden die institutionellen Strukturen des Golf-Kooperationsrates sowie die initiierte Wirtschafts- und Sicherheitskooperation unter Berücksichtigung eines Zuwachses an Legitimierungsressourcen für die partizipierenden Regime analysiert. Bei der Betrachtung dieser (sub-)regionalen Dynamiken wie auch bei der Evaluation der interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wird dem Phänomen der Regimelegitimität über die interne Dimension in nationalen Kontext eine externe Dimension auf internationaler Ebene eingeräumt.

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6. Regimelegitimität und (sub-) regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat

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54 6. Regimelegitimität und (sub-)regionale Kooperation im Golf- Kooperationsrat Im vorangehenden Abschnitt wurde das Spannungsverhältnis zwischen der Integration des Vokabulars des arabischen Nationalismus und der Abgrenzung gegenüber weiteren arabischen Staaten diskutiert. Damit stand die Dimension der externen Legitimität im regionalen Zusammenhang im Vordergrund. Dem- gegenüber gewinnen in diesem Kapitel erneut der Bereich der externen Legiti- mität innerhalb des (sub-)regionalen Kontexts sowie die Dimension der internen Legitimität an Bedeutung. In der folgenden Darstellung der (sub-)regionalen Kooperation bleibt zu fragen, inwiefern diese von dem Konsens zwischen den politischen Eliten über die „richtige“ Herrschaftsform sowie ihrer wechselseiti- gen Anerkennung einerseits und divergierenden Perzeptionen sowie den innen- politischen Legitimationsmechanismen andererseits geprägt ist. Die beiden erstgenannten Aspekte mögen zu der Konsolidierung der monarchischen Herr- schaft beigetragen haben. Der Prioritätensetzung der Sekundärliteratur folgend werden in den Betrachtungen besonders die Bereiche der Wirtschafts- und Sicherheitskooperation berücksichtigt.73 Bevor sich den einzelnen Kooperationsbereichen gewidmet werden kann, ist eine Skizzierung der institutionellen Rahmenbedingungen des GKR notwendig. Dies wird in dem ersten Unterkapitel geschehen. Obwohl der Abschnitt deskrip- tiv angelegt ist, widmet er sich der Frage, inwiefern die Organisationsstrukturen zu einer Reproduktion der Anerkennung des monarchischen Herrschaftsmodells beitragen. 6.1. Der institutionelle Rahmen des Golf-Kooperationsrates (und seine Implikationen) Die einzelnen Institutionen und Verfahrensregeln des GKR werden größtenteils durch die Charta festgelegt (vgl. Peterson, 1988: 107). Höchstes Organ ist der Oberste Rat (Supreme Council). Er wird von den sechs Staatsoberhäuptern gebildet. Für die Verfahrensweisen...

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