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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

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Leonie Holthaus

Der Golf-Kooperationsrat stellt die wohl erfolgreichste (sub-)regionale Organisation arabischer Staaten dar. Entgegen neorealistischen Erklärungsversuchen wird seine Entstehung in dieser Studie unter Hinzuziehung sozialkonstruktivistischer Erkenntnisse auf die Bedrohungsperzeption der verbleibenden monarchischen Regime aufgrund der iranischen Revolution zurückgeführt. Darüber hinaus werden die institutionellen Strukturen des Golf-Kooperationsrates sowie die initiierte Wirtschafts- und Sicherheitskooperation unter Berücksichtigung eines Zuwachses an Legitimierungsressourcen für die partizipierenden Regime analysiert. Bei der Betrachtung dieser (sub-)regionalen Dynamiken wie auch bei der Evaluation der interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wird dem Phänomen der Regimelegitimität über die interne Dimension in nationalen Kontext eine externe Dimension auf internationaler Ebene eingeräumt.

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7. Die interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union: Regimelegitimität durch regionale Kooperation?

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In dem folgenden Kapitel steht die externe Legitimität der Regime im Kontext der interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem GKR114 im Fokus der Betrachtungen. Dabei wird die Repräsentation der monarchischen Regime in der Perspektive der EU untersucht. Der Abschnitt untersteht der Frage, ob das Engagement im GKR deren externe Legitimität aus Sicht der EU beeinflusst. In der Annäherung an diese Fragestellung wird die EU als internationaler Akteur verstanden und ihre normative Ausrichtung reflektiert. Daran anschließend werden die Beziehungen zwischen der EU und dem GKR, unter besonderer Berücksichtigung der Freihandelsverhandlungen und der politischen Kooperati- on, im Hinblick auf die aufgeworfene Frage dargelegt. In der Forschungsliteratur existieren unterschiedliche Sichtweisen auf die EU als einen (neuen) internationalen Akteur und ihr außenpolitisches Profil. Anhand der von C. Bretherton und J. Vogler115 aufgestellten Kriterien, wie z. B. die Verpflichtung gegenüber einem gemeinsamen Wertesystem und die Fähigkeit mit anderen Akteuren des internationalen Systems zu interagieren, verteidigen einige Autoren überzeugend die Ansicht, dass die EU den Status eines internati- onalen Akteurs inne hält. In ihrer Analyse der internationalen Identität der EU fällt besonders die normative Komponente auf. Demzufolge wird die EU auf einer normativen Basis konstruiert, welche bedingt, dass sie auch unter Berück- sichtigung dieser Normen in der internationalen Politik agiert (vgl. Hettne/Söderbaum, 2005: 538f.). Demokratie, Rechtstaatlichkeit und die Befol- 114 Wie bereits der Titel impliziert, untersteht das Kapitel den interregionalen Beziehungen. Bilaterale Relationen zwischen individuellen Staaten des GKR oder der EU...

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