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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

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Leonie Holthaus

Der Golf-Kooperationsrat stellt die wohl erfolgreichste (sub-)regionale Organisation arabischer Staaten dar. Entgegen neorealistischen Erklärungsversuchen wird seine Entstehung in dieser Studie unter Hinzuziehung sozialkonstruktivistischer Erkenntnisse auf die Bedrohungsperzeption der verbleibenden monarchischen Regime aufgrund der iranischen Revolution zurückgeführt. Darüber hinaus werden die institutionellen Strukturen des Golf-Kooperationsrates sowie die initiierte Wirtschafts- und Sicherheitskooperation unter Berücksichtigung eines Zuwachses an Legitimierungsressourcen für die partizipierenden Regime analysiert. Bei der Betrachtung dieser (sub-)regionalen Dynamiken wie auch bei der Evaluation der interregionalen Beziehungen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wird dem Phänomen der Regimelegitimität über die interne Dimension in nationalen Kontext eine externe Dimension auf internationaler Ebene eingeräumt.

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8. Schlusswort

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91 8. Schlusswort Bellamys Postulat, dass der GKR zu der nationalen, (sub-)regionalen und inter- nationalen Legitimität der monarchischen Regime beigetragen hat, kann durch einige Beobachtungen der vorliegenden Arbeit gestützt werden. Die Frage nach den Interdependenzen zwischen der Regimelegitimität und der (sub-)regionalen Kooperation im GKR führte zu Schlussfolgerungen, die im Folgenden resümie- rend vorgestellt werden. Dabei wird die Reichweite der Erkenntnisse reflektiert, welche die vorliegende Arbeit erlaubt, sowie ein Ausblick auf weitere Fragestel- lungen gegeben. Die zentrale Intention der politischen Eliten bei der Gründung des GKR war die Stabilisierung und Legitimierung der monarchischen Herrschaft gegenüber den (ideellen) Herausforderungen des Khomeini-Regimes und den Angriffen schiitischer Terroristen. Ansätze wie der Neorealismus, der nicht zwischen Bedrohungen der externen Sicherheit des Staates sowie der internen Stabilität und der Legitimität der Regime differenziert, weisen nur ein reduziertes Erklä- rungspotential für die Gründung des GKR auf (vgl. Cooper/Taylor, 2003: 105ff.). Gleiches gilt für Interpretationen, die den GKR in Konformität mit dessen of- fizieller Darstellung als „natürliche“ Reaktion auf die sozialen, kulturellen und religiösen Gleichartigkeiten lesen. Obwohl der ähnliche Hintergrund zu der gemeinsamen Bedrohungsperzeption der politischen Eliten beigetragen hat, werden die Gemeinsamkeiten bei der Gründung des GKR durch die politischen Eliten erst neu „entdeckt“. Ihre Herausstellung porträtiert die Teilnehmer des GKR als „historische Alliierte“ und unterstützt die Konstruktion einer „Golf- Identität“, welche die Organisation legitimiert. Intra-(sub-)regional wird den Bevölkerungen somit ein supranationales...

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