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Die Feststellung der Vaterschaft unabhängig von Anfechtungsverfahren

Das neue Abstammungsrecht unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive der Väter

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Bernd Süß

Anlass dieser Arbeit war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu heimlichen Vaterschaftstests vom 13.02.2007. Das Verfassungsgericht billigte darin die BGH-Rechtsprechung, wonach heimliche Vaterschaftstests unverwertbar sind. Gleichzeitig verpflichtete es den Gesetzgeber ein Verfahren einzuführen, das es Vätern ermöglicht, unabhängig vom Anfechtungsverfahren ihre biologische Vaterschaft zu überprüfen. Die Arbeit analysiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts sowie den neu eingeführten § 1598 a BGB. Gleichzeitig wird der Frage nachgegangen, warum die Kenntnis der eigenen biologischen Vaterschaft ein persönlichkeitsbildender Faktor sein soll. Anhand der gefundenen Ergebnisse werden Perspektiven für ein neues Abstammungsrecht aufgezeigt.

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5. Kapitel Zusammenfassung der Ergebnisse

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A. Schlussbetrachtung Bereits vor 25 Jahren hat Gernhuber darauf hingewiesen, dass das Rechtsgebiet Abstammung derart emotional behaftet sei, dass die Gefahr bestehe, bewusst oder unbewusst missverstanden zu werden.685 Trotz des vom Bundestag verabschiedenden „Gesetzes zur Klärung der Vater- schaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren“ ist dies nicht das Ende der Dis- kussion um die Zukunft des deutschen Abstammungsrechts. Dem Gesetzgeber obliegt es, die Weichenstellung für das Abstammungsrecht im Grundsatz neu zu überdenken. Er muss sich bewusst machen, dass es rechtspolitisch kaum eine Alternative zur stärkeren Gewichtung der Statuswahrheit gibt. Dennoch darf man die Interessen des Kindes nicht aus den Augen verlieren. Dies ganz genau und auch gut begründet abzuwägen, ist keine einfache Aufgabe für den Gesetz- geber. Helms hat mit Recht darauf hingewiesen, dass es sehr schwer ist, einen gerechten Kompromiss zu finden, der für alle Seiten zu befriedigenden Ergeb- nissen führt.686 Der in dieser Arbeit entwickelte Lösungsvorschlag wird ein ju- ristisch gut gangbarer Weg sein. 685 Gernhuber, FamRZ 1973, 229 (238). 686 So auch Helms, StAZ 2008, 7 (9). 161 B. Gesamtergebnis - Die Untersuchung hat gezeigt, dass der Diskussion um die Feststellung der biologischen Abstammung bzw. Vaterschaft ein Zweckcharakter an- haftet. Es ging zu keiner Zeit ausschließlich um die bloße Feststellung. Vielmehr sollten hierdurch andere Zwecke erreicht werden, wobei die Zwecke je nach Epoche unterschiedlich waren. - Die Diskussion um die Feststellung der Abstammung wurde jahrzehnte- lang ausschließlich aus der Sicht des Kindes geführt. Erst in...

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